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| « zurück | Nr.14 / Index | 04.2004 | Seite 12 | blättern » |
| Bewertung aus Sicht der 3 Bezirke |
Bewertung der Zusammenarbeit aus Sicht der drei BezirkeDie drei Bezirksverwaltungen Altona, Eimsbüttel und Hamburg-Mitte haben in den vier Jahren Quartiersmanagement neue Strukturen für ihre bezirksübergreifende und stadtteilbezogene Zusammenarbeit erfolgreich etabliert. Nach einer schwierigen Startund Findungsphase entwickelte sich eine vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Personen und Institutionen. Auch nach dem Ende des Verfahrens werden die Bezirke ihre Zusammenarbeit fortsetzen und gemeinsam für das Schanzenviertel arbeiten. | ||
![]() Trotz der vielen Veränderungen in der Schanze gibt es sie immer noch, die fast unberührten Orte, Hinterhöfe und Plätze Anfänge der ZusammenarbeitDrogen, Dreck und düstere Gestalten … So wurde die Schanze in den 90er Jahren in der Öffentlichkeit wahrgenommen. Auch wenn die Realität bereits damals durchaus andere - positivere - Facetten zeigte, waren die vielschichtigen Probleme in diesem dichtbesiedelten Gründerzeitquartier unübersehbar. Die drei zuständigen Bezirke reagierten im Rahmen ihrer jeweiligen Handlungsstrategien, Schwerpunktsetzungen und ihrer - durch die Verwaltungsgrenzen definierten - räumlichen Zuständigkeiten. Eine gemeinsame Suche nach Lösungsansätzen war sowohl auf der Ebene der Bezirksverwaltungen wie auch der Bezirkspolitik nicht mal ansatzweise erkennbar, im Gegenteil. Zuweilen wurde je nach Bezirk bei gleichen Sachverhalten unterschiedlich agiert. Dass dieses isolierte Handeln unter Verweis auf Bezirksgrenzen im Quartier nicht gut ankam, vermag zumindest aus heutiger Sicht niemanden mehr verwundern.Als sich in der zweiten Hälfte der 90er Jahre der Problemdruck in der Schanze immer mehr verstärkte und der Hamburger Senat schließlich 1999 den drei zuständigen Bezirken und der damaligen Stadtentwicklungsbehörde (heute Behörde für Bau und Verkehr) eine in dieser Form bisher einmalige übergreifende Zusammenarbeit ermöglichte, war dies der Beginn des Quartiersmanagements Schanze. Viele haben sich damals gefragt, warum zusätzlich zu den förmlich festgelegten Sanierungsgebieten noch eine übergeordnete Struktur dieser Art nötig sein soll. Würde das nicht die Situation noch unübersichtlicher machen, weiteren kaum zu zügelnden Konfliktstoff in sich bergen und zu einem nicht zu bewältigenden Abstimmungsaufwand führen? Und tatsächlich war der Beginn des Verfahrens nicht einfach. Jede/ r der noch heute im 6er-Gremium aktiven Gründungsmitglieder aus den Bezirksverwaltungen erinnert sich noch gut an das bzw. die ersten Zusammentreffen mit den KollegInnen aus den anderen Bezirken, in deren Verlauf gemeinsam mit der damaligen STEB und der STEG als Auftragnehmerin die Inhalte und Ziele formuliert und abgestimmt werden sollten. Hier prallten teilweise fremde Welten, zumindest aber unterschiedliche Kulturen aufeinander. Gemeinsam mit den Mitarbeitern der STEG begannen acht Personen aus verschiedenen Behörden mit unterschiedlichen Vorstellungen über Ziele, Inhalte und Kompetenzen - übrigens mit erheblich mehr öffentlicher und politischer Aufmerksamkeit bedacht als erwartet - das bezirksübergreifende Schanzenmanagement als gemeinsame Aufgabe zu definieren und mit Inhalten und Strukturen zu füllen. Dank der engagierten Auseinandersetzungen aller Beteiligten war diese schwierige Start- und Findungsphase schnell überwunden und es entwickelte sich eine vertrauensvolle und gute Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Personen und Institutionen, die bis heute anhält und fortgesetzt werden soll. Neben regelmäßigen Arbeitstreffen, einem gemeinsam erarbeiteten Eckpunktepapier zu den Zielen, Aufgaben und Grenzen der gemeinsamen Zusammenarbeit, gemeinsam erstellten Arbeitsplänen, in denen zu den Einzelvorhaben Ziele, Zeiträume und Zuständigkeiten festgeschrieben wurden, war es vor allem die offene Kommunikation zwischen allen Beteiligten, die diese konstruktive Zusammenarbeit ermöglicht hat. Die von den drei Bezirksversammlungen eingesetzten Vertreter der jeweiligen Fraktionen bildeten das 9er- bzw. 13er-Gremium. Dieses beschloss zu Beginn des Verfahrens verschiedene thematische "Körbe", die - mit unterschiedlicher Intensität und unterschiedlichem Erfolg - in den folgenden Jahren gemeinsam bearbeitet wurden. Dabei kam die Schlüsselposition der STEG zu, die als Quartiers- managerin die einzelnen Projekte kreierte und umsetzte, gleichzeitig aber auch mit hoher Professionalität das gesamte Verfahren koordinierte und steuerte. Ergebnisse der ZusammenarbeitAuch wenn das 9er- bzw. 13er-Gremium lediglich Empfehlungen aussprechen kann, haben diese zumindest in den Bezirksversammlungen der drei Bezirke erhebliches Gewicht. Zwar konnte nicht jede Idee oder Vorstellung realisiert werden, keinem der Beteiligten aber kann das Ringen um die beste Lösung abgesprochen werden.Im Ergebnis muss der Prozess des QM aus Sicht der Bezirke als erfolgreich bezeichnet werden. Dabei sind der KOOP Schanze mit dem positiven Prozess um die Schule Altonaer Straße und das Modellprojekt "Schanzenkieker", welches inzwischen als Regelsystem der Stadtreinigung auch in anderen innerstädtischen Bereichen eingeführt wurde, besonders hervorzuheben. Eine wichtige und zentrale Rolle spielte auch das Thema Drogen und hier die Suche nach einem Ersatzstandort für den "FixStern". Auch wenn der Senat letztendlich anders entschieden hat, war der Diskussionsprozess im Rahmen des QM parteiübergreifend sachlich und angemessen. Andererseits muss aber auch konstatiert werden, dass sich in der Schanze parallel zum QM ein eigendynamischer Entwicklungs- und Veränderungsprozess vollzog. Die Schanze gilt inzwischen weit über die Grenzen Hamburgs hinaus als "megahip". Dies brachte aber auch zusätzliche Belastungen für das Quartier mit sich, wie z.B. überbordende Aktivitäten der Gastronomen am neu gestalteten Schulterblatt. Diese konnten im Zuge eines vom QM begleiteten Mediationsverfahrens wieder "eingefangen" werden. Zukünftige ZusammenarbeitAus Sicht der Bezirke wird die Beobachtung weiterer Veränderungsprozesse, die sich durch anstehende Großprojekte wie die Messeerweiterung abzeichnen, und deren Steuerung eine wichtige gemeinsame Aufgabe bleiben. Während des QM reduzierte sich die Arbeit an den Themen Imageverbesserung und Stadtteilkultur auf die Entwicklung einzelner Bausteine, wie zum Beispiel die erfolgreichen "Schanzenspiele".Nach vier Jahren zieht sich nun die STEG als Quartiersmanagerin zurück. Damit entfällt die bisher wichtigste treibende Kraft des Prozesses. Es besteht aber sowohl auf der politischen Ebene wie auch bei den Vertretern der drei Bezirke der feste Wille, das Erfolgsmodell der letzten Jahre, wenn auch in leicht reduzierter Form und mit veränderter Schwerpunktsetzung, fortzuführen. Das bedeutet insbesondere, dass gerade die Bezirksverwaltungen zukünftig mehr gefordert sein werden als bisher. Erste Strukturen dafür sind bereits geschaffen. Der Bezirk Hamburg-Mitte wird bis zum Sommer die Geschäftsführung für die übergreifende Zusammenarbeit fortführen. Danach wird diese Aufgabe an den Bezirk Eimsbüttel übergeben. In Anlehnung an die während des Quartiersmanagements bearbeiteten Handlungsfelder haben die Bezirke Themenpatenschaften übernommen und die Verantwortlichkeiten für die einzelnen Projekte geregelt. Eine regelmäßige Absprache sowie eine umfassende Zusammenarbeit sind somit auch zukünftig geplant. Mit den Erfahrungen der gemeinsamen Arbeit der vergangenen Jahre sind die Voraussetzungen für eine auch zukünftig erfolgreiche bezirksübergreifende Zusammenarbeit gegeben. Vertreterinnen und Vertreter der drei Bezirke im 6er-Gremium: Andreas Lange, Jonna Schmoock, Rolf Schuster, Peter Thomsen und Axel Vogt | ||
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