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Quartiersmanagement Sanierung
Stadtteilentwicklung Auswertung
Sanierung Sanierung Sanierung

Auswertung des Quartiersmanagements


Das Quartiersmanagement-Verfahren war eine große Herausforderung für alle Beteiligten, die in dieser Form bislang nicht zusammengearbeitet hatten. Zur Bewertung des Verfahrensmodells und seiner verschiedenen Strukturen sowie der gemeinsam geschaffenen Resultate in den Handlungsfeldern, wurde zum Abschluss des Quartiersmanagements ein mehrstufiges Auswertungsverfahren durchgeführt. Hieran haben sich alle relevanten Partner des Quartiersmanagements aus Verwaltung, Politik und Stadtteil konstruktiv beteiligt.





Quartiersmanagement Schanzenviertel
Im Rahmen des Quartiersmanagements wurde sowohl für ein familienfreundliches als auch für ein geschäftiges Schanzenviertel mit Erfolg gearbeitet

Auswertungsverfahren

Im Auftrag der Behörde für Bau und Verkehr und des 13er-Gremiums hat die STEG im zweiten Halbjahr 2003 ein mehrstufiges Auswertungsverfahren des Quartiersmanagements durchgeführt, um die Prozesse und Ergebnisse der bezirksübergreifenden Kooperation zu bewerten und Empfehlungen für die zukünftige Zusammenarbeit im Schanzenviertel zu entwickeln.

Zu Beginn des Auswertungsverfahrens hat die STEG zunächst zusammenfassende Übersichten für die relevanten Projekte aus den Handlungsfeldern des Quartiersmanagements erstellt. Diese Übersichten enthielten alle projektspezifischen Informationen im Überblick und wurden den Projektbeteiligten zur Verfügung gestellt. Hierdurch wurde ein gemeinsamer Kenntnisstand über den Sachstand der verschiedenen Projekte geschaffen.

Im Anschluss an die Verteilung der Projektübersichten wurden zwei Workshops mit Projektbeteiligten und Experten aus der Verwaltung und von freien Trägern durchgeführt. Beim ersten Workshop stand die Auswertung des Quartiersmanagements im Mittelpunkt, beim zweiten Workshop die zukünftige bezirks- und fachübergreifende Zusammenarbeit nach Beendigung des Quartiersmanagements. Die Ergebnisse beider Veranstaltungen wurden dem 13er-Gremium vorgestellt und dort diskutiert. Mit einer öffentlichen Veranstaltung zur Zukunft der Schanze wurde die Auswertung des Quartiersmanagements im November 2003 abgeschlossen.

Im Dezember haben die Bezirksverwaltungen und das 13er-Gremium beschlossen, ihre Zusammenarbeit für das Schanzenviertel auch zukünftig fortzusetzen. Ende März 2004 erfolgte eine Veranstaltung zur Übergabe der QMProjekte an die drei Bezirke. Ziel dieser Veranstaltung war die Klärung der zukünftigen Zuständigkeiten für die Handlungsfelder und Projekte des Quartiersmanagements.



Hier ist noch fast alles beim Alten: die Flora symbolisiert die Vielfalt und die Gegensätze im Stadtteil

Ergebnisse der beiden Workshops

Teilnehmer der beiden Workshops waren die Beteiligten aus den Verwaltungen und von den freien Trägern, die an der Koordination des Quartiersmanagements und der Umsetzung der einzelnen Projekte federführend mitgewirkt haben. Die Auftraggeberin BBV und das Quartiersmanagement-Team der STEG haben ebenfalls an den Workshops teilgenommen, die von einem externen Moderator durchgeführt wurden.

Im Folgenden werden die zentralen Aussagen und Ergebnisse der Workshops zum Prozess, den projektbezogenen Resultaten sowie der Kooperation der beteiligten Akteure zusammenfassend dargestellt.

Bewertungen der Projekte und Handlungsfelder

Die Beteiligten waren sich einig, dass im Rahmen des Quartiersmanagements ein professionelles Prozess- und Projektmanagement geleistet wurde. Dies sei eine entscheidende Grundlage für die Entwicklung und Realisierung der Projekte in den verschiedenen Handlungsfeldern sowie für einen erfolgreichen Gesamtprozess gewesen. Bezogen auf konkrete Projekte in fast allen Handlungsfeldern wurde die fach- und bezirksübergreifende Zusammenarbeit ebenfalls als erfolgreich bewertet.

Durch die umfangreiche und vielfältige Öffentlichkeitsarbeit der STEG im Rahmen des Quartiersmanagements mit intensiver Nutzung verschiedener Medien wurde die Transparenz des Verfahrens und der Ergebnisse sichergestellt. Neben der regelmäßigen Veröffentlichung der SCHANZE Zeitung wurde vor allem die Nutzung des Internets hervorgehoben. Dieses Medium eröffne neue Möglichkeiten der Informationsvermittlung und Beteiligung. Hinzu kommen die zahlreichen themen- bzw. zielgruppenspezifischen Veröffentlichungen, z.B. Stadtteilposter für Kinder, Infoheft mit sozialen Einrichtungen sowie Flyer mit Angeboten für Kinder und Jugendliche in den Sommerferien.



Hier hat sich viel verändert: die Gastronomie am neu gestalteten Schulterblatt ist nicht nur bei Sonnenschein eine beliebte Adresse

Durch die Aufnahme von Initiativen aus dem Stadtteil und die Nutzung vorhandener Potenziale ist es nach Aussage der Beteiligten gelungen, Akteure vor Ort zu aktivieren und zu mobilisieren. Die Vielzahl der unterschiedlichen Beteiligungsangebote im Rahmen des Verfahrens wurde ebenso hervorgehoben. Die in bestimmten Bereichen sehr intensive Vernetzung von Akteuren vor Ort wurde als erfolgreich bewertet. Beispielhaft können hier der Kooperationsverbund KOOP und die Schanzenspiele genannt werden. Hier konnten Strukturen geschaffen werden, die über die Dauer des Quartiersmanagements hinaus (hoffentlich) tragfähig sind. Die Einwerbung von zusätzlichen Ressourcen für einzelne Projekte bzw. Handlungsfelder wird ebenfalls als positiv bewertet, da sie die Finanzierungsbasis der Projekte verbreitert hat.

Kritisch bewertet wurde der teilweise mangelnde Kooperationswille einzelner Fachämter in Bezug auf konkrete Projekte, z.B. die Schanzenkieker. Die teilweise schwierigen Rahmenbedingungen für Sachauseinandersetzungen, vor allem die unklaren bzw. veränderten politischen Rahmenbedingungen (Diskontinuität durch den Regierungswechsel), führten zu zeitintensiven Abstimmungsprozessen ohne Entscheidungen. Diese Schwierigkeit trat vor allem im Handlungsfeld "Drogenpolitik" auf, speziell bei der geplanten Verlagerung der Drogenhilfeeinrichtung FixStern innerhalb des Stadtteils.

Angemerkt wurde ebenfalls, dass die Nachhaltigkeit von Projektergebnissen bzw. die Verankerung von geschaffenen Strukturen nicht immer gesichert sei, z.B. die Verbesserung der Sauberkeit im Stadtteil oder die Fortführung der Schanzenspiele. Hier wurden daher im letzten halben Jahr des Quartiersmanagements noch Anstrengungen unternommen, um die Nachhaltigkeit der Ergebnisse und Strukturen weitestgehend zu sichern. Auch die erfolgte Übergabe der Projekte an die drei Bezirke im März 2004 soll dazu beitragen, die erzielten Resultate und Strukturen längerfristig zu sichern.

Bewertungen der Kooperation der Akteure

Bezogen auf die Zusammenarbeit der Akteure aus Politik und den Verwaltungen wurde die professionelle, kontinuierliche und erfolgreiche Steuerung und Koordination des komplexen Verfahrens durch das 6er- und das 13er-Gremium hervorgehoben. Die Zusammenarbeit innerhalb und zwischen diesen Strukturen habe sehr gut funktioniert. Ein Ergebnis dieser gemeinsamen Arbeit sei die verbesserte Kooperation der drei Bezirke gewesen.

Die gute Zusammenarbeit des Quartiersmanagements mit einzelnen Fachbehörden wurde ebenso betont wie die intensive Zusammenarbeit mit den freien Trägern im Stadtteil. Dies hat vor allem zu einer starken gegenseitigen Bindung zwischen der Quartiersmanagerin und den Trägern vor Ort geführt. Hierdurch konnten viele Projekte realisiert werden, die ohne ein vertrauensvolles Verhältnis der Beteiligten nicht möglich gewesen wären. Im Rahmen des Quartiersmanagements ist es ebenfalls gelungen, die Kontakte zwischen den freien Trägern und den Verwaltungen zu verbessern. Auch diese Kontakte werden über das Ende des Quartiersmanagements hinaus bestehen bleiben und genutzt werden.

Bezogen auf bestimmte Projekte ist die enge Einbindung einzelner Fachbehörden in das Quartiersmanagement nicht oder nur teilweise gelungen. Dies hat verschiedene Ursachen, die von einem solchen Verfahren teilweise nicht beeinflusst werden können. So gibt es teilweise konfliktträchtige Beziehungen zwischen den Bezirken und einzelnen Fachbehörden. Hierdurch wurden sachgerechte Lösungen behindert bzw. erschwert.

Bezogen auf die Arbeitsbeziehungen zwischen den verschiedenen Bereichen wurde im Rahmen der Workshops festgestellt, dass diese häufig einseitig zu Lasten der Quartiersmanagerin waren. So mussten nicht nur die Akteure im Stadtteil von der Quartiersmanagerin aktiviert und motiviert werden, sondern teilweise auch die Akteure auf Seiten der bezirklichen Verwaltungen.

Bewertung des Gesamtverfahrens

Da die bezirksübergreifende Zusammenarbeit für das Schanzenviertel von allen beteiligten Akteuren aus den Verwaltungen als erfolgreich, positiv und sinnvoll bewertet wurde, haben die Bezirksverwaltungen die Fortführung ihrer Zusammenarbeit auch nach Beendigung des Quartiersmanagements beschlossen.

Nachdem es über die Ergebnisse der Workshops und die Verabredungen für die zukünftige Zusammenarbeit der Bezirke informiert wurde, hat sich auch das politische 13er-Gremium für eine Fortsetzung der bezirksübergreifenden politischen Zusammenarbeit für das Schanzenviertel ausgesprochen (siehe hierzu Seite 18 und 19).

Öffentliche Veranstaltung Nach der Durchführung dieser Auswertung mit den direkten Prozessbeteiligten hat die STEG Ende November 2003 im Auftrag des 13er-Gremiums zu einer öffentlichen Diskussionsveranstaltung zur Zukunft des Schanzenviertels eingeladen ("Wo geht's lang, Schanze?"). Diese Veranstaltung machte gemeinsam mit einer Abschlussausgabe der SCHANZE-Zeitung das Ende des Quartiersmanagements auch stadtteilöffentlich bekannt. In der letzten Ausgabe der Zeitung kommentierten u.a. Akteure aus dem Stadtteil die Ergebnisse des Quartiersmanagements und die Entwicklungen im Stadtteil.

Bei der öffentlichen Veranstaltung, die von Fernsehjournalist Herbert Schalthoff (Hamburg 1) moderiert wurde, haben Podiumsgäste aus Verwaltung, Politik und Stadtteil mit den gut 120 Gästen im Publikum über aktuelle Themen im Schanzenviertel und die zukünftige Entwicklung des Stadtteils diskutiert. Auf dem Podium saßen der Eimsbütteler Bezirksamtsleiter Dr. Jürgen Mantell, die stellvertretende Vorsitzende des 13er-Gremiums Elisabeth Will, der Eigentümer und Projektentwickler Holger Cassens, die Unternehmerin Yvonne Trübger, der Schulleiter der Schule Altonaer Straße Jürgen Seemann und der Geschäftsführer des Jesus Center Holger Mütze. Im Mittelpunkt der engagierten und lebhaften Diskussion standen die Forderungen nach dem Erhalt eines Druckraums für Drogenabhängige im Stadtteil (FixStern) und die kritischen Fragen zur Umwandlung des Wasserturms im Schanzenpark in ein Hotel. Darüber hinaus wurden auch grundsätzliche Aussagen zur Entwicklung des Stadtteils getroffen.

Bezogen auf die Erwartungen zur Zukunft der Schanze betonten die Podiumsteilnehmer, dass die Entwicklung des Stadtteils vor allem positiv zu bewerten sei, es aber auch Herausforderungen und Risiken für die zukünftige Entwicklung gäbe. So wurde darauf hingewiesen, dass derzeit viele Großprojekte im Stadtteil und im direkten Umfeld innerhalb kurzer Zeit realisiert würden, z.B. die Erweiterung der Messe, der Ausbau des Fleischgroßmarktes sowie der Umbau des Wasserturms im Schanzenpark zu einem Hotel. Zudem würde das Angebot bezahlbarer und großer Wohnungen, vor allem für Familien, immer knapper. Aus Sicht des Einzelhandels wurde eine Verbesserung der Gesamtsituation betont, da die Aufwertungen im Stadtteil der Wirtschaft gut tun würden.

Grundsätzlich wurde von den Teilnehmern auf dem Podium und im Publikum gefordert, die Stadterneuerungspolitik im Schanzenviertel fortzusetzen, um die zukünftigen Veränderungen zu begleiten und in ihren Auswirkungen sozialverträglich zu gestalten. Es wurde betont, dass auch die Strukturen der bezirksübergreifenden Zusammenarbeit auf den Ebenen der Politik und der Verwaltung erhalten bleiben müssten. Das übergreifende Quartiersmanagement sei jedoch nicht weiter finanzierbar. Zu der Frage, wer die Aufgaben übernähme, die von der STEG in den vergangen Jahren als Quartiersmanagerin geleistet wurden, wurde darauf hingewiesen, dass die STEG in den Sanierungsgebieten im Schanzenviertel auch weiterhin aktiv sei. Hierdurch sei eine Kontinuität in begrenzterem Umfang als bisher gewährleistet. Es sei zudem noch nicht so weit, dass die Stadt den Stadtteil jetzt wieder sich selbst überlassen könne.

Das Quartiersmanagement Schanzenviertel ist ausführlich im Internet dokumentiert. Unter www.schanzen-info.de finden sich neben den 13 Ausgaben der SCHANZE-Zeitung auch zahlreiche Protokolle, Sachstandsberichte und Materialien zu einzelnen Projekten und Handlungsfeldern sowie zum gesamten Verfahren. Die Materialien können auch bei der STEG angefordert werden.

Stefan Kreutz /Martin Brinkmann, STEG Hamburg

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