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 « zurück  Nr.13 / Index | 11.2003 | Seite 13   blättern » 

Stadtteilentwicklung Auswertung Quartiersmanagement

Blick zurück und Blick nach vorn (Teil IV)


Giesela Rathjens

Giesela Rathjens, Schulleiterin der Schule Ludwigstraße

Es ist eine gute Sache, dass es das Quartiersmanagement gibt. Vieles im Viertel hat sich dadurch zum Positiven verändert. Mein Schwerpunkt ist das Thema Schule und Familie. Hier habe ich mich sehr über den Aufbau des KOOP für das Schanzenviertel gefreut, weil sich die sozialen Einrichtungen dadurch stärker miteinander vernetzen. Auch die Schanzenspiele sind eine prima Idee, weil sie das gesamte Angebot aus dem Schanzenviertel zeigen und Eltern wie Kindern viel Spaß bereiten. Die Veranstaltung sollte auf jeden Fall weiter finanziert werden, damit sie jedes Jahr stattfinden kann.

Die STEG hat mit ihrer Arbeit die Entwicklung im Stadtteil befördert. Baulich hat sich vieles zum Positiven entwickelt, wie zum Beispiel der Umbau unseres Schulhofes, dessen Umwandlung die STEG begleitet hat. Wir hoffen, dass unsere Schule künftig das Gebäude der Schule Laeizsstraße nutzen kann, wenn der Schulstandort - wie geplant - geschlossen wird. Unsere Schule ist enorm nachgefragt, wir hatten bereits im vergangenen Jahr drei neue Klassen und brauchen dringend Räume. Insbesondere fehlt im Quartier eine Sport-, bzw. Mehrzweckhalle, die auch für Veranstaltungen und Vorführungen geeignet ist. Unsere Halle und die Halle der Schule Laeizsstraße sind zu klein und fast immer ausgebucht.

Quartiersmanagement Es sollte künftig noch mehr für eine familien- und kinderfreundliche Entwicklung getan werden. Die Messeerweiterung ist ja nicht gerade ein kinderfreundliches Vorhaben. Es sollte eher Wohnraum für Familien erhalten und neu geschaffen werden. Es könnte auch noch mehr für die Grünanlagen getan werden - Parks wie der Schanzenpark sind ja bereits attraktiver geworden.

Thomas Stölting

Thomas Stölting, 13er-Gremium (SPD Mitte)

Keine Frage hat das 13er-Gremium (und zuvor das 9er-Gremium) mehr beschäftigt, als die Frage der Verlagerung des FixStern. Dabei sind sich alle einig, dass eine Drogenhilfeeinrichtung mit Gesundheitsraum generell vernünftig ist, weil er den Abhängigen hilft und auch den Stadtteil entlastet - sofern er nicht einen Sog in die ganze Stadt hinein entwickelt. Das war aber bei dem FixStern der Fall. Der FixStern war zu keinem Zeitpunkt eine reine Stadtteileinrichtung, sondern war immer von Bedeutung für ganz Hamburg.

Quartiersmanagement Und der FixStern hatte einen entscheidenden Nachteil, seine Lage am Schulterblatt, mitten im Wohngebiet - mit all den negativen Folgen, die mit der Betreuung von Drogenabhängigen aus ganz Hamburg für den Stadtteil einhergehen. Also ging es dem 9erund später dem 13er-Gremium um die Verlagerung an einen Standort am Rande des Schanzenviertels, in die Lagerstraße. Eine Entscheidung auf die sich das 13er-Gremium, also SPD, CDU, Schill-Partei und GAL, relativ schnell und einvernehmlich verständigen konnte. Dass es dennoch anders kam, und der FixStern nun ganz geschlossen wird, liegt am Senat und an dem Regierungswechsel von 2001. Der Senat ist dem ersten Teil der Forderung des 13er-Gremiums nachgekommen, dem zweiten Teil nicht.

Wenn es eine Konsequenz aus den nunmehr zehnjährigen Erfahrungen mit Gesundheitsräumen für Drogenabhängige in Hamburg gibt, dann ist es diese: Drogenhilfeeinrichtungen mit einem niedrigschwelligem Angebot, wie es der FixStern bereithält, gehören unter keinen Umständen in ein Wohngebiet. Eine solche niedrigschwellige, akzeptierende Einrichtung muss in entsprechender Entfernung vom nächsten Wohnhaus, der nächsten sozialen Einrichtung oder der nächsten Schule entfernt liegen. Sonst sind sie für die Bevölkerung nicht erträglich. Einen Fehler, wie man ihn seinerzeit mit dem derzeitigen Standort des FixStern gemacht hat, sollte kein Senat, welcher Couleur auch immer, je wieder machen.




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