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| « zurück | Nr.13 / Index | 11.2003 | Seite 10 | blättern » |
| Auswertung Quartiersmanagement |
![]() Claudius Lieven, 13er-Gremium (GAL Hamburg Mitte) Mein Rückblick auf das Quartiersmanagement im Schanzenviertel: Gelungene Projekte sind aus meiner Sicht die Umgestaltung des Schulterblattes, die Schanzenkieker, der Kooperationsverbund KOOP und die Schanzenspiele. Was nicht gelang, ist den Umzug des FixStern in die Lagerstraße umzusetzen. Das schmerzt, weil es gelungen ist, sich im 13er-Gremium im Konsens auf einen neuen Standort zu einigen, den auch die Betreiber und Fachleute unterstützen - das ist ein seltenes Ergebnis. Nun hat sich der neue Senat entschlossen, die Drogenhilfe am Hauptbahnhof zu zentralisieren. Auf das Schanzenviertel werden schwierige Zeiten zukommen, wenn der FixStern geschlossen wird. Derweil wird die Schanze immer schicker. Auch die Messeerweiterung wird dazu beitragen. Ich zweifle daran, dass der Senat den Willen hat, diese Prozesse sozial abzufedern. Zwar ist die Schanze ein junger Stadtteil, es muss trotzdem noch mehr getan werden, um die Situation der Kinder und Jugendlichen zu verbessern. Da geht es vor allem um Kita- Plätze und die Situation der Schulen. Insgesamt empfinde ich das Viertel als lebendig und lebenswert, die Projekte des Quartiersmanagements haben dazu einen Teil beigetragen. |
![]() Wolfgang Macht und Matthias Dentler, Gründer und Chefs der Netzpiloten AG Wir Netzpiloten sind echte Schanzengören, die sich nicht unterkriegen lassen! Wir sind 1997 in der Schanzenstraße mit unserem Angebot von redaktionellen, geführten Touren durchs Internet gestartet. Dann sind wir hier auf wundersame Weise schnell groß geworden (1999: 35 Mitarbeiter), sind im Internet-Boom aus allen Nähten geplatzt (2000: 142 Mitarbeiter), schließlich in der Internet-Krise dramatisch geschrumpft (2001: 7 Mitarbeiter) und tapfer wieder aus den Trümmern gekrochen (2002: 25 Mitarbeiter). Jetzt sind wir wieder mehr als 30 fröhliche Netzpiloten und gehören zu den glücklichen Überlebenden! Unsere erste Begegnung mit der STEG war 1999 die Frage, ob wir auf unsere Hauswand von einem befreundeten Sprayer ein riesiges Netzpiloten-Logo anbringen dürfen. Nach einigen Diskussionen, ob unser Flugzeug etwa zu phallisch oder gar kriegerisch wirken könnte, durften wir unser Comic-Logo schließlich anbringen. Seither haben uns die Kollegen von der STEG immer wieder geholfen - wenn wir verzweifelt nach neuen Büroräumen suchten, und auf keinen Fall das Viertel verlassen wollten. Oder wenn wir einfach mal schnell einen Ausweich-Konferenzsaal brauchten. Umgekehrt war uns die Verbindung zu den kritisch-unterstützenden Quartiersmanagern immer wichtig. Sie halfen uns, trotz Boom und Cyberspace stets im Viertel verankert zu bleiben. Wir wollten nicht neureich protzen wie Pixelpark und Kabel New Media. Weil wir uns selbst eher wie ein Independent-Label unter den lokalen Internet-Marken fühlen, haben wir uns auch immer Gedanken gemacht, wie sich das Viertel verändert unter dem Ansturm all der Internet-Pioniere, die zwischen Gemüse-Türken und Café Latte-Chic ihren idealen Lebensund Arbeitsplatz gefunden haben. Die STEG hat immer eine wichtige Rolle gespielt, den Dialog zwischen allen Bewohnern und Arbeitenden im Viertel am Laufen zu halten. Zuletzt hat ihr vermutlich der Internet- Crash 2001 mächtig geholfen, dass die robuste Schanze dem ökochic- verkleideten Größenwahn der neuen Branche nicht zum Opfer gefallen ist. |
![]() Holger Cassens, Eigentümer Seit 2000 bin ich Hausbesitzer im Schulterblatt und auch als Eigentümervertreter im Sanierungsbeirat tätig. Bis dahin hatte ich mich nur am Rande mit dem Schanzenviertel befasst, das für mich damals durch Begriffe wie Drogensucht, Chaoten und ähnliches geprägt war. Durch meine besseren Kenntnisse der Situation steht das Viertel für mich jetzt eher für Begriffe wie Toleranz, Lebendigkeit und Kreativität. Die Sauberkeit ist durch die Arbeit der Schanzenkieker verbessert und die Spannungen zwischen Gastronomie und Bewohnern sind durch die Moderation der STEG erträglicher geworden. Die Drogenproblematik ist weiterhin vorhanden und kann wohl nur durch eine Verlagerung des FixSterns, der im Viertel bleiben muss, verbessert werden. Es sind heute mehr attraktive Grünflächen vorhanden, die auch aktiv von Kindern genutzt werden, wie zum Beispiel an der Kletterwand am Bunker im Florapark. Durch die Schanzenspiele und ähnliche Veranstaltungen ist auch das Zusammengehörigkeitsgefühl der Bewohner auf jeden Fall verbessert worden. Für die Zukunft muss eine weitere Verdichtung des Viertels vermieden werden. Der Straßenverkehr im Schulterblatt sollte nicht stärker werden. Ich halte es auch für wichtig, dass die soziale Mischung der Bevölkerung erhalten bleibt oder sich nur sehr langsam verändert. Das setzt voraus, dass weiterhin Sanierungen mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. |
http://www.schanzen-info.de
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Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft STEG Hamburg mbH
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