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 « zurück  Nr.10 / Index | 04.2003 | Seite 09   blättern » 

QuartiersmanagementHamburgWohnungswirtschaft

Kunst im öffentlichen Raum

Schatzkarte

Es tut sich was unter den Bahngleisen Wohnungsverwaltung
Im Internet wird aus der Landkarte eine Schatzkarte








Wohnungsverwaltung
Endecken Sie die Schatzkarte:

www.neu.cu-ba.de
Wohnungsverwaltung
Sanierung
Stadtteilentwicklung Kunst im öffentlichen Raum

Wandbild am Schanzenbahnhof


In den kommenden Wochen entsteht unter dem Titel "Ou? - Wo? - Where?" ein Fliesenwandbild an der Bahnunterführung Sternschanze der Hamburger Künstlerin Sabine Mohr. Im Internet wird aus dem gekachelten Wandbild eine Schatzkarte für neugierige Entdecker.

Bekanntlich gehört das Hamburger Schanzenviertel nicht gerade zu den reichsten Stadtteilen Hamburgs. Die Einwohnerstruktur ist bunt gemischt, mit vielen jungen Leuten und einem hohen Anteil an ausländischen Anwohnern aus allen Ländern. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat sich hier eine lebendige Szene entwickelt mit vielen Restaurants, Bars und kleinen Läden, die typisch ist für das rege multikulturelle Leben einer Metropole.

Der Sternschanzenbahnhof wurde in den 1980iger Jahren restauriert und modernisiert, dabei wurde trotz vieler Veränderungen die Fassade aus der Jahrhundertwende zum größten Teil erhalten. Die Bahnstrecken von S-Bahn und Fernbahn werden durch zwei nebeneinander liegende Brücken über die Schanzenstraße geführt, die die sehr belebten Stadtteile Eimsbüttel und St.Pauli-Nord miteinander verbindet. Die Bahnunterführung der Schanzenstraße als wichtige fußläufige Verbindung wirkt hier besonders für die vielen Fußgänger wie eine dunkle und laute Schleuse, die es besonders nachts schnell zu durchqueren gilt. Vielleicht wird deshalb die vom Bahnhof kommend linke Seite der Straße weitaus weniger genutzt. Auf der rechten Seite hingegen herrscht meist reger Fußgängerverkehr, der in den morgendlichen und abendlichen "rushhours" fast zum Gedränge gerät.

Die vielen Menschen jeder Nation und jeden Alters, Bewohner und Besucher der Schanze, passieren den unwirtlichen Ort so schnell es geht, möglichst ohne auf ihrem Weg innezuhalten. Dabei findet man in der Unterführung auf der Bahnhofsseite zwei attraktive unterschiedlich gemauerte Bögen: Einen kleinen Bogen, der wie eine Nische wirkt und einen großen Bogen, der als Schlussstein ein nicht ausgefülltes Wappen trägt. Beide Bögen sind mit Ziegelsteinen ausgemauert und ansonsten leer. Hier wird nun ein Wandbild aus blau bemalten Kacheln der Hamburger Künstlerin Sabine Mohr entstehen.

Das Wandbild-Motiv, die nebenstehend abgebildete Karte, stellt nur scheinbar eine Landkarte dar. Sie dient jedoch nicht der Orientierung, sondern sie veranschaulicht alle geografischen Begriffe in Wort und Bild und versammelt so die genannten Orte zu einer neuen Weltansicht. Die Verbindung von Wort und Bild zu einer scheinbaren Karte ruft die Vorstellung der im allgemeinen Gedächtnis ruhenden Orte auf, die jedem gehören. Als ein Sinnbild für die Ferne im Allgemeinen und / oder ein Zuhause im Überall und Nirgendwo. In diesem Sinne begleitet dieses Motiv auf poetische Weise die Situation des bislang ungemütlichen Ortes und seiner Passanten mit der Fragestellung "Ou? - Wo? - Where?".

Das Bildmotiv, das an die Darstellungsweise des 19. Jahrhunderts erinnert, nimmt die Formensprache des Bahnhofes auf. Die einzelnen blau gemalten Begriffe zeigen jedoch einen Zeitsprung in die Gegenwart an. Sie offenbaren eine Funktion, die in dieser (Welt)Karte versteckt ist. Vergleichbar mit einer Schatzkarte ist das Bild zugleich der Eingang zu einer Internetseite. Unter www.neu.cu-ba.de wird der Besucher die (Land)Karte öffnen. Hinter jedem der Begriffe ist ein Link, der sich anklicken lässt. Bildende Künstler, Schriftsteller und Musiker, aber auch Forscher, Wissenschaftler, Designer, Regisseure und andere haben sich auf der Karte einen Begriff ausgewählt, unter dem sie freie Beiträge ins Netz stellen werden.

Das Projekt wird gefördert von der Kulturbehörde Hamburg / Kunst im öffentlichen Raum, dem Kunstfonds Bonn e.V. und der Hamburger Kulturstiftung.



Stadtplanung
Sabine Mohr   Kontakt:
Sabine Mohr, c/o Künstlerhaus Weidenallee
Wohnungswirtschaft Weidenallee 10b, 20357 Hamburg,
Wohnungswirtschaft (040) 45 55 14
talk BineMohr@aol.com
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http://www.schanzen-info.de
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