SCHANZE 10 Quartiersmanagement
Home STEG Materialien Quartiermanagement Download hamburg Sitemap Schanzenviertel Adressen Schanzenviertel Impressum Stadtteil

 « zurück  Nr.10 / Index | 04.2003 | Seite 08   blättern » 

QuartiersmanagementHamburgWohnungswirtschaft

Fixerstuben für Hamburg

Eindeutige Forderung: Erhalt der Einrichtung im Schanzenviertel

Sanierung
Stadtteilentwicklung FixStern

Darum braucht die Schanze einen Fixerraum!


Der FixStern am Schulterblatt ist seit vielen Jahren eine Kontakt- und Beratungsstelle für DrogenkonsumentInnen. Mit dem mehrstufigen Konzept sollen die Menschen angesprochen werden, die aktuell z.B. Heroin, Kokain, Crack konsumieren. Sie leben meist unter extrem schlechten Verhältnissen und sind in der Regel physisch und psychisch stark verelendet.

Wir verfolgen einen niedrigschwellig akzeptierenden Ansatz. Niedrigschwellig bedeutet, dass keine Bedingungen an den Besuch des FixStern gestellt werden. Akzeptierend heißt, dass wir die DrogenkonsumentInnen in ihrer jeweiligen Lage akzeptierend und respektierend aufnehmen. Die BesucherInnen müssen allerdings unsere Hausordnung einhalten (kein dealen, keine Gewalt, usw.). Durch Überlebenshilfen schränken wir physische und psychische Schädigungen ein und erhöhen die Überlebenschancen während der Phase des Drogenkonsums. Dazu dienen z.B. Konsumraum, medizinische Grundversorgung und Beratung, Spritzentausch, Duschen und eine Kleiderkammer. Durch Motivationsarbeit helfen wir den Abhängigen, ihre Situation anzugehen und zu verbessern. Wir helfen durch Suchtberatungen, vermitteln und begleiten zusammen mit anderen Institutionen. Bei zunehmender Stabilisierung und Motivation vermitteln und regeln wir den Ausstieg.

Täglich verzeichnen wir in der Einrichtung 200 bis 250 Besuche. Die jährlichen Zahlen sehen so aus: 79 Drogennotfälle, die ohne Erste-Hilfe-Maßnahmen tödlich hätten enden können, 5.000 medizinische Versorgungen, 7.000 Krisen-interventionen, 35.000 mal einen Druck gesetzt in geeigneten Räumen statt auf der Straße sowie 200.000 gebrauchte Spritzen getauscht statt "wild" entsorgt.

Diese Zahlen belegen nachdrücklich: Ohne den FixStern hätten nicht nur Heroin-, Kokain- und Crack-KonsumentInnen ein Problem, sondern auch die Bewohner der Schanze, die mit Drogen selbst nichts zu tun haben. Der Fix-Stern bedeutet eine enorme Hilfe in psychischer, gesundheitlicher und sozialer Hinsicht für KonsumentInnen illegaler Drogen und sorgt mit seinem Angebot zugleich dafür, dass im Jahresschnitt zumindest 35.000 mal weniger auf Spielplätzen und Schulhöfen, in den Straßen und Parks, Hausfluren und Dachböden "gefixt und geraucht" und 200.000 gebrauchte Spritzen nicht unkontrolliert entsorgt werden.

Diese Fakten sind die besten Argumente für den Erhalt des FixStern im Schanzenviertel. Die Bezirkspolitiker der zuständigen Bezirke sowie Polizei und viele Bewohner der Schanze teilen diese Sicht der Dinge. Allerdings halten sie den gegenwärtigen Standort im Schulterblatt 75 für ungeeignet. Den von ihnen favorisierten Alternativstandort in der Lagerstraße lehnt der Senat jedoch wegen der Nähe zur geplanten Messeerweiterung ab.

Die Sache scheint festgefahren. Gibt es keine Einigung - und darauf deutet aktuell nichts hin - bedeutet das spätestens Ende 2004 das definitive Aus für den FixStern in der Schanze, denn dann läuft der Mietvertrag für die Räume im Schulterblatt aus. Man muss kein Prophet sein um zu erkennen, dass die Probleme für KonsumentenInnen und BewohnerInnen der Schanze dann erst richtig beginnen würden.

Dies zu verhindern, muss eigentlich im Interesse aller Beteiligten liegen. Wir jedenfalls sind an einer Lösung zum Wohle der KonsumentInnen und des Stadtteils interessiert und schlagen einen Alternativstandort in der Schanze an der Ecke Schulterblatt / Max-Brauer-Allee vor. Dort gibt es ein freies Gelände im Besitz der Stadt Hamburg, das aus unserer Sicht allen Erwartungen und Kriterien an eine "sozialverträgliche" Lösung gerecht wird. Die Bezirke und der Senat müssen nur zustimmen. Und das wollen wir erreichen! Denn die Schanze braucht einen Fixerraum!



Stadtplanung
Uwe Wetzner   Kontakt:
Norbert Dworsky, Freiraum e.V. - Betreiber des FixStern
Wohnungswirtschaft (040) 24 07 28
talk (040) 24 17 74
talk ndworsky@freiraum-hamburgev.de
 « zurück   top   blättern » 


http://www.schanzen-info.de
Ausgegeben am:

Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft STEG Hamburg mbH
Schulterblatt 26-36
20357 Hamburg
Telefon: +49 (40) 43 13 93-0
Telefax: +49 (40) 43 13 93 10
E-Mail: steg@steg-hh.de
Internet: www.steg-hh.de