SCHANZE 06 Quartiersmanagement
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 « zurück  Nr.06 / Index | 11.2001 | Seite 09   blättern » 


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Haushalte mit Kindern im Schanzenviertel


Die "Sesshaften" tolerieren die oben genannten Probleme (noch) eher als zum Viertel gehörig, sehen jedoch auch auf lange Frist eine Verschärfung, wenn nichts getan würde. Besonders belastend ist aus Sicht dieser Befragten die Verkehrssituation (Raser auf dem Schulterblatt, Parksuchverkehr, Nichtbeachtung von Spielstraßen etc.). Einige dieser Haushalte arrangieren sich z. B. durch die Miete eines kleinen Gartens am Stadtrand als Ersatz für den fehlenden Freiraum in der Innenstadt, oder sie engagieren sich im Viertel, um ihren Stadtteil positiv zu verändern (z. B. bei der Umgestaltung des Schulterblatts). Andere, besonders die nichtdeutschen Befragten, besitzen zum Teil sehr enge Familienbeziehungen im Viertel oder haben so tiefe "Wurzeln" geschlagen, dass sie sich einen Wegzug aus dem Quartier gar nicht vorstellen können.

Jene Befragten, die sich zum Wegzug gezwungen sehen, leben eigentlich auch gerne mit ihren Kindern im Viertel und sehen - genau wie die "Sesshaften" - im Schanzenviertel Chancen für das Aufwachsen ihrer Kinder in einem von Kontrasten geprägten Umfeld, das die Kinder auf das Leben vorbereiten kann. Jedoch brauchen viele von ihnen nun durch die Haushaltsvergrößerung eine andere, ihren Ansprüchen entsprechende Wohnung zu einem bezahlbaren Preis. Eine solche Wohnung finden sie jedoch innerhalb des Schanzenviertels auch nach intensiver Suche nicht und müssen sich dann für einen Wegzug entscheiden. Besonders bei dieser Gruppe können Verdrängungstendenzen durch Doppelverdiener ohne Kinder vermutet werden. Ein weiterer Punkt, der diese Gruppe früher oder später zum Wegzug zwingt, ist eine von vielen Befragten als schwierig dargestellte Schulsituation: Sie sei geprägt durch einen hohen Ausländeranteil und durch viele Kinder mit Lernschwierigkeiten, ohne dass genügend Lehrpersonal für eine individuelle Förderung zur Verfügung stünde.

Auf Basis der Ergebnisse, die in den Interviews durch konkrete Forderungen der Haushalte untermauert wurden, haben wir einen Katalog mit Handlungsansätzen erstellt, die dazu beitragen könnten, Haushalte mit Kindern auch weiterhin im Schanzenviertel zu halten. Dazu gehören u. a.:
-- die Stärkung und Förderung des Schulstandorts an der Altonaer Straße,
-- die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum durch öffentlich geförderte Eigentums- und Mietwohnungen für Haushalte mit Kindern und einem mittleren Einkommen,
-- die Sicherung des Projekts "Schanzenkieker" (SCHANZE berichtete),
-- die Verlagerung des FixSterns aus dem inneren Wohngebiet am Schulter- blatt an den Rand in die Lagerstraße, um die direkten Auswirkungen der offenen Drogenszene einzudämmen sowie
-- die Weiterentwicklung von Freizeit- und Beschäftigungsangeboten für Jugendliche.
Bereits installierte Netzwerke wie z. B. der Kooperationsverbund Schanze (siehe SCHANZE 5), der Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien vernetzt und neue Angebote schafft, leisten hier schon jetzt große Unterstützung und müssen ebenfalls dringend langfristig gesichert werden.

Die hier nur kurz dargestellten Ergebnisse der Untersuchung wollen wir öffentlich vorstellen und diskutieren. Dazu sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Die Veranstaltung findet am Montag, 10. Dezember 2001 um 19.30 Uhr im Jesus-Center, Schulterblatt 63, statt. Weitere Informationen erhalten Sie auch direkt unter der nebenstehenden Telefonnummer oder unter Materialien.

Ulrike Pelz   Kontakt:
Ulrike Pelz, STEG
(Thema Kinder und Jugendliche)
talk (040) 43 13 93-37
talk (040) 5 4 39 27 58
talk ulrike.pelz@steg-hh.de
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http://www.schanzen-info.de
Ausgegeben am:

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