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![]() ![]() Neue Medien, neue Kunden: Beim Büromarkt Hansen bezogen bzw. beziehen viele Unternehmen aus dem Viertel ihr Material |
Was sagen die Alteingesessenen?Einige Geschäfte im Schanzenviertel werden als Familienbetriebe schon in der dritten Generation geführt. Wir haben nachgefragt, wie die alteingesessenen Läden den heutigen Gewerbestandort Schanzenviertel einschätzen und inwieweit sie von der Krise der New-Economy-Unternehmen betroffen sind. Klar, dass sich der Gewerbestandort Schanzenviertel nicht pauschal bewerten lässt. Ob es in der Kasse klingelt, hängt von vielen Faktoren ab wie der direkten Konkurrenz oder auch der Nähe oder Distanz zu anderen Geschäften oder sozialen Einrichtungen. Hubert von Jutrczenka, "Büromarkt Hansen" Der Betrieb ist seit siebzig Jahren im Viertel ansässig, seit 1977 am jetzigen Standort im Schulterblatt. Die Krise im neuen Markt hat zu einem beträchtlichen Stellenverlust geführt. Die Fluktuation der Firmen, die in preiswerte Geschäftsräume ausweichen manchmal ist es die "gute Stube" kommt hinzu. Es fehlen viele, besonders jüngere Mitmenschen mit einer soliden Kaufkraft, im Straßenbild. Das trifft den gesamten Handel im Revier. Die Hoffnung, neue vielleicht auch anspruchsvollere Kunden in die Geschäfte zu bekommen, hat einen zeitlichen Rückschlag erlitten. Hinter den Türen der betroffenen Branchen wird angestrengt gearbeitet und nach Lösungen gesucht. Eine Erholung der Gesamtwirtschaft würde allen Beteiligten helfen. Die Firma besteht seit fünzig Jahren, Herr Heyer ist seit 15 Jahren dabei: Ich schätze, ca. 50 Prozent meiner Kunden waren in der New Economy beschäftigt und die fehlen jetzt. Dass die Kaufkraft im Viertel durch die Unternehmen der Neuen Medien stieg, zeigt sich u. a. daran, dass bei uns qualitativ hochwertigere Ware gekauft wurde. So stieg der Durchschnittswert der verkauften Ware um 15 bis 20 Prozent. Dennoch hatten wir zwischen 1995 und dem Jahr 2000 einen Umsatzrückgang um beinahe 80 Prozent. Ich führe das insbesondere auf die offene Drogenszene vor unserem Ladengeschäft zurück. Als Konsequenz habe ich meine Ladenfläche nun verkleinert und das Sortiment umgestellt. Farben und Tapeten verkaufen wir jetzt nicht mehr, statt dessen antike Möbel und natürlich Teppiche. Seinen Laden gibt es schon seit zwanzig Jahren, er hat ihn vor sieben Jahren übernommen. Früher zählten zu meiner Kundschaft viele Familien mit Kindern. Viele davon sind inzwischen weggezogen wegen der Drogenproblematik. Früher war es hier familiärer. Jetzt kommen die Yuppies ins Viertel und protzen teilweise mit ihrem Geld. Diese Entwicklung hat aus meiner Sicht Vor- und Nachteile: Sie bringt mir einerseits Kunden, andererseits sehe ich die Gefahr, dass sich diese Szene auch ganz schnell wieder in andere Stadtviertel bewegen kann und dass das Schanzenviertel dann verslumt. Das Grundproblem sind aber die Drogen bzw. die aus meiner Sicht halbherzige Hamburger Drogenpolitik: Die Drogen sollten entweder durch staatliche Stellen kontrolliert abgegeben oder komplett verboten werden. Was bringt eine restriktive Politik, die den Besitz von Stoff für den Eigenbedarf zugleich toleriert? | |||
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