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 « zurück  Nr.05 / Index | 07.2001 | Seite 07   blättern » 


Was ist das 9er-Gremium? Das 9er-Gremium setzt sich aus je drei Vertretern der drei Fraktionen (SPD, CDU und GAL) in den Bezirksversammlungen Altona, Mitte und Eimsbüttel zusammen.

Hier sollen sich, über die Bezirksgrenzen hinweg, die Politiker über die künftige Entwicklung des Schanzenviertels aus-tauschen und nach Möglichkeit Konsens über das Vorgehen herstellen.

Die Protokolle der öffentlichen Sitzungen des 9er-Gremiums können abgerufen werden unter:
www.schanzen-info.de (Materialien).
9er-Gremium

Im Konsens voran! Das Schanzenviertel als Chancenviertel


Ein Resümee nach zweieinhalb Jahren Arbeit des 9er-Gremiums für das Schanzenviertel: Widersprüche und Reibungsflächen sind das, was das Schanzenviertel ausmacht. Das hat immer zwei Seiten. Es ist nicht nur angenehm. Es ist auch anstrengend. Es erzeugt Unmut. Nicht jeder will sich dem aussetzen. Widersprüche und Reibungen sind aber auch der Motor von Entwicklung, von Veränderung und dem Entstehen von Neuem, von Innovation. Im Schanzenviertel ist Leben, das spürt man überall. Die Widersprüche und Reibungsflächen bringen das Schanzenviertel voran. Wichtig ist dabei die Suche nach einem Konsens, nach Ausgleich, nach Verständnis der unterschiedlichen Positionen und: nach einer Verbesserung der Situation, wo sie eindeutig schlecht ist. Hier sind wir wichtige Schritte vorangekommen.

Besonders für Eltern und ihre Kinder ist es nicht ganz einfach, hier zu leben. In einer Umfrage unter Schülerinnen und Schülern der Schule Altonaer Straße sagten uns die meisten Kinder, das Viertel sei ihnen nicht sauber genug. Sie sagten, sie haben Angst vor den Auswirkungen der Drogenszene. Wie können wir den Kindern helfen, sich im Schanzenviertel wohl zu fühlen? Denn wer soll sich hier wohlfühlen, wenn es die Kinder nicht tun? Für uns, die Mitglieder des 9er-Gremiums, wurde diese Frage zum zentralen Maßstab für unsere Arbeit, und sie leitet uns auch in Zukunft. Vieles haben wir auf den Weg bringen können, das nun bald realisiert wird. In der Vergangenheit scheiterte vieles daran, dass hier im Schanzenviertel drei Bezirke aufeinandertreffen. Für jeden dieser Bezirke lag die Schanze irgendwo am Rande. Für die Menschen, die hier wohnen, ist es der lebendige Mittelpunkt. Mit der Einrichtung des 9er-Gremiums haben wir dieser Diskrepanz ein Ende gemacht. Wir, das sind Kommunalpolitiker von SPD, CDU und GAL aus den Bezirken Mitte, Altona und Eimsbüttel, haben hier mit den Bürgerinnen und Bürgern aus dem Schanzenviertel Lösungen gesucht und gefunden. Erleichtert hat unsere Arbeit, dass viele von uns selbst hier oder in der Nähe wohnen, und wir die Situation gut kennen.

Was haben wir also erreicht?
  • Das Schulterblatt wird umgebaut. Es bleibt die zentrale Meile des Schanzenviertels, wird aber Fußgängerfreundlicher.
  • Auf der Straßenecke Max-Brauer-Allee und Schulterblatt wird Parkraum geschaffen, der die Wohnbereiche entlastet und den Parksuchverkehr abfängt.
  • Der Schulhof der Schule Altonaer Straße wird umgebaut, an der Planung waren die Schülerinnen und Schüler selbst beteiligt.
  • Das Schanzenviertel ist sauberer geworden. Jeden Tag holen die 'Schanzenkieker' ca. 1 Tonne Müll aus dem Schanzenviertel. Das Besondere: Die 'Schanzenkieker' sind für alles zuständig - für den Hausmüll, die Straßenreinigung, das sog. Straßenbegleitgrün, die Grünanlagen und Spielplätze.
  • Alle finden den 'FixStern' und die Betreuung von Drogenabhängigen wichtig. Aber gehört er deshalb mitten ins Wohngebiet? Um die Auswirkungen der Drogenszene in den Griff zu kriegen, wird der 'FixStern' verlegt, weg vom Schulterblatt an den Rand des Viertels, in die Lagerstraße. Diesen Standort befürworten auch Gesundheitsbehörde und Polizei.
  • Die sozialen Einrichtungen aus dem Schanzenviertel treffen sich jetzt regelmäßig am runden Tisch und koordinieren ihre Angebote sowie Öffnungszeiten.
Vieles hat das 9er-Gremium bewegt, das ohne seinen bezirksübergreif- enden Ansatz nicht möglich gewesen wäre. Anderes steht unmittelbar vor der Umsetzung. So beginnt der Umbau des Schulterblatt im September. Mit der Verlagerung des 'FixStern' rechnen wir im Sommer 2002, wenn die neuen Räumlichkeiten fertig sind. Das Schanzenviertel wird sich verändern, unnötige Spannungen werden verschwinden, Störungen entschärft - damit es das bleibt, was es ist: ein lebendiges Stück Hamburg.



Thomas Stölting   Kontakt:
Thomas Stölting
Vorsitzender des 9er-Gremiums
talk (040) 31 79-10 72
talk (040) 31 79-10 71
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