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 « zurück  Nr.04 / Index | 04.2001 | Seite 10   blättern » 


Leo und Max

'Der SCS ist super'

Johanna und Hannah

Leo (links) und Max
finden das Training beim SCS cool Susanna (links) und Michaela. Zwei
Schwesterneine Meinung:
Der SCS ist super. Johanna (links) und
Hannah würden den Ball
am liebsten nicht mehr hergeben
Sport

Fußball auf dem Grandplatz


Seit Herbst 1998 gibt es im Schanzenviertel nach einem Vierteljahrhundert Pause endlich wieder die Möglichkeit für Kinder und Jugendliche, in einem Verein Fußball zu spielen. Die neu aufgebaute Jugendabteilung des SC Sternschanze macht dieses Angebot nun im dritten Jahr - und der Laden brummt. Neben fünf Jugendteams im Alter von vier bis 13 Jahren, die am Spielbetrieb des Hamburger Fußballverbandes teilnehmen, befindet sich eine A-Jugend für die 17- und 18 Jährigen sowie ein Damenteam derzeit im Aufbau. 100 Kinder, davon 20 Mädchen, aller Nationen zwischen fünf und dreizehn Jahren kicken mittlerweile auf dem roten Grandplatz gegenüber dem Ausgang des S-Bahnhofs Sternschanze. Angesichts dieser Zahl erübrigt sich die unvermeidliche Frage 'Warum ausgerechnet Fußball ...?' Interessant ist jedoch die Frage 'Warum ausgerechnet beim SC Sternschanze?'

'Dass wir im Winter draußen spielen, finde ich blöd', krittelt der achtjährige Leo an seinem Lieblingsverein herum. Und auch sein ein Jahr jüngerer Kumpel Max hält mit seiner Kritik nicht hinterm Wasserturm: 'Mich stört, dass die meisten es hier ziemlich blöd finden, dass mein Lieblingsverein der FC Bayern ist', sagt der geborene Linksfüßer und -händer. Ansonsten finden es aber beide 'geil', dass die Trainer des Vereins nicht rumbrüllen und statt dessen ein 'cooles Training' machen. Und dass Max bald auch mit rechts schießen, passen, dribbeln und flanken kann, findet er klasse.

Im Verein spielen aber nicht nur Jungs Fußball. Immer mehr Mädchen kommen regelmäßig zum Training. Erst seitdem Michaela und Susanna unterschiedliche Strähnchen haben, kann auch der Trainer die zwölfjährigen Zwillinge unfallfrei unterscheiden. Dabei gehören die beiden doch schon seit Sommer 2000 dazu. 'Ich war aber die Erste', betont Susanna. 'Stimmt, aber mein Knie war damals verletzt, sonst wären wir zusammen gekommen', erläutert wiederum Michaela. Unbestritten ist jedoch die gemeinsame Zuneigung der Schwestern zum SC Sternschanze. Bei Michaela muss sich der Stadtteilverein die Zuneigung allerdings mit dem portugiesischen Profiverein FC Porto teilen.

Auch die neunjährige Johanna teilt ihre Liebe zum Fußball auf - zwischen Borussia Dortmund und dem SC Sternschanze. 'Meine Mutter findet Fußball im Fernsehen langweilig und selber machen viel besser.' Bei einem Zweitligaheimspiel des großen Bruders am Millerntor habe eine Freundin sie gefragt, wie es denn mit ihrer eigenen Lust am Fußball sei. Die war ausgeprägt vorhanden und weil die meisten Freunde sowieso schon beim SCS gekickt haben, lag für Johanna nichts näher als es ebenfalls zu tun. Die neunjährige Hannah ist erst seit wenigen Wochen auf der Abenteuerreise Fußball. Der Blick für das Wichtige im modernen Fußball ist bei ihr aber bereits geschärft. Zum Beispiel durch den Fernsehfußball, wie jüngst das ungleiche Aufeinandertreffen der Nationalteams von Frankreich und Deutschland. 'Von den Franzosen kann man noch einiges lernen', ist sich Hannah sicher. Der SC Sternschanze wird ihren Rat beherzigen und daher in dieser wie auch jeder anderen Hinsicht weiterhin sein Bestes geben.



Uwe Wetzner   Autor:
Uwe Wetzner
freier Sportjournalist

Kontakt:
Ansprechpartnerin der Jugendabteilung des SC Sternschanze
talk (040) 43 35 88 Jugendleiterin Heike Rosemann
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