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![]() ![]() ![]() Für den einen ist es Sperrmüll, für den anderen ein kostbares Fundstück |
Die Schanze entrümpelt sichDurchgelegene Matratze, heißgelaufener Kühlschrank, wackliger Stuhl - klarer Fall von Sperrmüll. Für die Entsorgung größerer Konsumgüter mit abgelaufenem Verfallsdatum bietet die Stadtreinigung in Hamburg mit der Sperrmüllabfuhr auf Bestellung und den Recyclinghöfen bequeme, nahegelegene und überwiegend kostenlose Möglichkeiten. Und für das Schanzenviertel liegt das Gute auch noch so nah: an der Feldstraße 69! Für viele ist der Recyclinghof offenbar nicht nah genug. So treibt ein schier unwiderstehlicher Entsorgungsdrang immer wieder ganze Wohnungseinrichtungen bei Nacht und Nebel auf die Straße. Ein Phänomen, das nicht nur rücksichtslos und ein großes Ärgernis ist, sondern auch empfindliche Geldbußen nach sich ziehen kann. An zwei Tagen im September bot sich nun spontan entschlossenen BewohnerInnen des Schanzenviertels eine einmalige Gelegenheit nach dem Motto: „Kommen die Kunden nicht zum Recyclinghof, kommt er ihnen ausnahmsweise ein Stück entgegen“. Direkt vor der Haustür konnte man sich des eigenen Sperrmülls entledigen und kurzen Prozeß machen - und das ganz ordnungsgemäß. Hierfür standen an der Altonaer Straße (für den nördlichen Teil des Schanzenviertels) und am Schulterblatt (für den südlichen Teil) Großcontainer der Stadtreinigung bereit. Mit von der Partie waren auch Infomobile der Stadtreinigung Hamburg und der Arbeitsgemeinschaft Duales System, die das Spektakel mit Rat und Tat begleiteten. Rund 150 Entsorgungswillige nutzten diese Gelegenheiten und freuten sich darüber, ihren alten Krempel so hausnah loswerden zu können. Allein, zu zweit, auf Fahrrädern, mit Karren und Anhängern trugen sie gut 100 Kubikmeter Sperrmüll zusammen. Die Aktion war zugleich eine Fundgrube für Jäger und Sammler. Was vielen nicht mehr gut genug war, kam manchem gerade recht. So sagten die einen zum Abschied leise "Servus!", während die anderen eine Art Goldgräberstimmung erfaßte: "Wie, und das wollen Sie wirklich wegschmeißen?" Wahre Kleinodien wie Sofas, Schränke, Stühle, Bilder und sogar zwei Paar Skier fanden nicht nur neue, glückliche Besitzer, sondern können nun einem weiteren Lebenszyklus entgegensehen. Entsprechend gut war die Stimmung und positiv die Resonanz auf die von der STEG koordinierte Aktion. Eines machte diese (zunächst) einmalige Aktion aber auch deutlich: Die vielfältigen Entsorgungsmöglichkeiten und -angebote der Stadtreinigung werden zu wenig genutzt, weil unter anderem auch die allgemeine Informationslage noch zu verbessern ist. So ist die genaue Lage und das Angebot des Recycling-hofes Feldstraße nur wenigen bekannt (die Auffahrt befindet sich zwischen U3-Bahnhof Feldstraße und der JET-Tankstelle). Als weitere Punkte wurden neben der leicht zu übersehenden Beschilderung des Hofes unter anderem Transportprobleme und schlechte Erfahrungen bei der Annahme größerer Mengen Sperrmüll aus Privathaushalten genannt. Das Angebot der Sperrmüllabfuhr auf Bestellung (Telefon: 2576 - 2576) wird zweifellos als ein praktisches und bequemes System angesehen. In der Praxis sprechen in vielen Fällen allerdings die Wartezeiten bis zur Abholung und vor allem die bürokratischen Anforderungen dagegen, die für manche offenbar eine (zu) große Hürde darstellen. In jedem Fall sollen die Ergebnisse dieser Aktionstage mit allen Beteiligten ausgewertet und Lösungsansätze zu Verbesserung der Situation entwickelt werden. Weitere Aktionen und Maßnahmen werden folgen. | |||
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Autor: Norbert Schmidt / DNS, Abfallberater | |||
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