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![]() ![]() Sieht so ein attraktiver und konkurrenzfähiger Messestandort aus? |
Von Messdienern und anderen VerbeugungenEin Messestandort, der sich nicht entwickelt, kann ein-packen. Das würde beinahe jeder unterschreiben. Aber heißt Messefortschritt wirklich Wachstum um jeden Preis? Im Klartext: Die HAMBURG MESSE ist Lichtjahre davon entfernt, wirklich zentrale Messeplätze angreifen zu können. Frankfurt, München, Hannover, Leipzig und Berlin haben ihre Messe-Nase weit vorne. Am bisherigen Standort kommt man da bei aller Quadratmeter-Schinderei in Richtung Schanze nicht ran, da ist schon der begrenzte Platz auf dem Stadtplan vor. Die Messe muß sich eher die qualitative Frage gefallen lassen. Denn Qualität ist der einzige Raum an dem man selbst bei Platzmangel mit anderen Standorten konkurrieren kann. Deshalb muß es heißen: Schlaue Messe-Entwicklung statt plumpe Messe-Erweiterung. In den vergangenen Monaten hat der Senat mit Hilfe von Wissenschaftlern versucht, den Stand der guten Laune zum Thema in den angrenzenden Wohn- und Gewerbegebieten zu erkunden. Leider bleibt es bislang beim Versuch. Bürgerbeteiligung ist noch hanseatisches Entwicklungsland. Ein erster Termin mit Profi-Bürgern stellte fest, was alle schon wußten: Die einen sehen bei einer Erweiterung des Messegeländes den Untergang des Abendlandes nahen, die anderen erwarten selbiges, wenn nichts passiert. Eine folgende Bürgerrunde fiel mangels Massen aus und auf jener, an der der Autor teilnehmen durfte, sahen sich neun brave Bürger einer gewaltigen Überzahl angeblicher und tatsächlicher staatlicher und halbstaatlicher Kompetenz gegenüber. Nicht wirklich befriedigend! Insbesondere die Messe hat sich dabei ein mieses Zeugnis ausgestellt, als sie eingestehen mußte, dass sie in den letzten 10 Jahren genau zweimal versucht hat, mit den Nachbarn jenseits der Karolinenstraße ins Gespräch zu kommen. Beide Versuche fallen zudem in den vergangenen Herbst. So etwas macht mißtrauisch. Aus vielen fehlenden Gesprächen vermißt man im Viertel Antworten auf folgende fragenden Thesen, für die Senat und Messe jetzt wohl nachsitzen müssen: Welche Szenarien zum Thema „Messen mit Zukunft - Zukunft von Messen“ sind für den Standort Hamburg entwickelt worden? Warum präsentieren sich die Planungen ausschließlich rückwärtsgewandt: alles sei zu klein, zu alt, zu unlogistisch? Welche Messen, Kongresse und Veranstaltungen haben konkrete Abwanderungsabsichten geäußert? Welche möglichen Messen und Kongresse können mit den jetzt vorliegenden Plänen erreicht werden? Wieviele Nettotage im Jahr herrscht wirklich Betrieb im Messeumfeld? Wieviele der angeblich im Gefolge anzusiedelnden Gewerbetreibenden im Einzelhandels- und Servicebereich hätten dabei ein sicheres wirtschaftliches Auskommen? Wenn bei den Planern schon die Logistik regiert, warum geben sie dann nicht Antworten, wie man Logistik schlauer macht, sondern versuchen nur, unschlaue Logistik zu verstauen? Wenn die Planer den Platz Hamburgs im Messekonzert im Blick hatten und ihr Erweiterungskonzept auf große Kongresse abstellen, warum findet dann das CCH in den Planungspapieren überhaupt nicht statt? Sollte das Kongreß-Argument nur als Sandmanns Sand dienen? Warum wird der Modernisierungsbegriff ausschließlich technisch verwandt? Schon mal was von inhaltlicher Modernisierung gehört? Die beginnt im Kopf. Immerhin: Keinmal mit Verkehrskollaps gedroht, keinmal mit Straßenschlachten, keinmal mit dem Ende aller sozialen Beziehungen. Einfach nur die Fragen gestellt, die sich Messe und Senat hätten längst stellen müssen. In der Lagerstraße sieht es zur Zeit noch so aus, als werde dort ein Problem nicht gelöst, sondern nur über die Straße verschoben. Es wird höchste Zeit für nachdenkliche Argumente und vordenkliche Pläne. Ich bin für eine Messe-Entwicklung, wenn sie sich als notwendig und schlau erweist. Bislang steht hierfür der zwingende Beweis noch aus. | |||
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Autor: Georg Möller, Möller Ideenscout GmbH | |||
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