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![]() ![]() Wandbild in der Margaretenstraße |
Wie schmiedet man heißes Eisen?Über kein Thema wird in der Schanze so heiß diskutiert, wie über "die Drogenszene". Der Drogenhandel und -konsum zwischen Schulterblatt und S-Bahnhof sorgt vor allem bei Eltern und Ladeninhabern für Unmut. Im Zuge des Quartiersmanagement werden nun Vorschläge entwickelt, wie die negativen Folgen für den Stadtteil verringert werden können. Im Oktober 1999 haben die Politiker der Bezirke Eimsbüttel, Altona und Mitte sich im 9er-Gremium darauf geeinigt, das Thema Drogen mit Priorität im Quartiersmanagement zu behandeln. Die STEG hat mit den beteiligten Verwaltungen sowie dem Träger Gespräche geführt und erarbeitet mit den Beteiligten zur Zeit Vorschläge, wie die Situation verbessert werden könnte. Ziel ist es, im Stadtteil möglichst konkret und sachlich über Alternativen zu diskutieren. Was getan werden sollte, darüber gehen die Meinungen auseinander. Auf den Sitzungen des 9er-Gremiums werden bis März die BAGS, Freiraum e.V. und die Polizei ihre Standpunkte erläutern. Herr Stölting von der SPD-Mitte und Vorsitzender des 9er Gremiums hält eine Verlagerung des FixSterns für sinnvoll. Er erhofft sich durch einen Standort mehr am Rand des Schanzenviertels, eine Entlastung der Wohnbevölkerung. Norbert Dworsky, Geschäftsführer von Freiraum e.V., Träger des FixSterns: "Einen Standort Lagerstraße für einen Drogenkonsumraum könnte ich mir schon vorstellen, allerdings nur zusätzlich zu dem bestehenden am Schulterblatt". Dadurch könne die Szene räumlich und zeitlich entzerrt, die Wohnbevölkerung so entlastet und den Abhängigen das Leben erleichtert werden. Norbert Dworsky erhofft sich weniger Drogenkonsum in Hauseingängen und weniger Spritzen auf Spielplätzen und in Parks. Mit einer zweiten Einrichtung könne besser auf Veränderungen im Drogenkonsum reagiert werden: Immer mehr Abhängige konsumieren Kokain-Produkte, verhalten sich als Folge hektisch, paranoid, oft auch aggressiv und können deshalb in die vorhandenen Einrichtungen nur schwer integriert werden. Frau Schroth, vom Referat für Drogen und Sucht der Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales (BAGS), hält dagegen eine weitere Einrichtung bei der derzeitigen Haushaltslage für unrealistisch. Eine Verlagerung innerhalb des Schanzenviertels sei vorstellbar. "Ich verstehe, daß eine Verlagerung aus dem Wohngebiet zur Entlastung der Bewohner beitragen soll. Es ist mir jedoch sehr daran gelegen, auch die Gefahren vorher sorgfältig abzuwägen. Um einer sich gegebenenfalls am neuen Standort entwickelnden Szene entgegen zu wirken, ist eine eindeutige und verbindliche Absprache zumindest zwischen Bezirk, Polizei, Einrichtungsträger und BAGS notwendig, wer wann, wie interveniert und gegen steuert. Dieses Problem kann die Drogenhilfe nicht allein lösen und sie darf auch nicht allein gelassen werden." Im Viertel wird das Problem sehr unterschiedlich wahrgenommen: Während viele Ladeninhaber darüber klagen, daß die Kunden wegbleiben, kritisiert die Rote Flora, daß Konsumenten und Händler "illegalisierter Drogen (...) drangsaliert, weggeknastet und vertrieben werden", so die Stadtteil AG im Dezember '99. Noch sind Fragen offen: Bringt ein zusätzlicher Raum am Rand des Viertels Entlastung oder zieht er mehr Drogenabhängige und Dealer an? Verringert sich bei einer Verlagerung die soziale Kontrolle der Szene? Für wen hat das welche Folgen? Ist mit der geplanten Messe-Erweiterung der mögliche Ausweichstandort Lagerstraße hinfällig geworden? Nach welchen Kriterien werden alternative Standorte bewertet? Weil es kaum sichere Antworten auf diese Fragen gibt, sollte - ungeachtet der Debatte Verlagerung oder zusätzlichen Drogenkonsumraum - nach weiteren Ideen und Lösungswegen gesucht werden. | |||
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Kontakt: Mathias Eichler, STEG (Thema: Gesundheit): | |||
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