

Thomas Stölting Vorsitzender des 9er-Gremiums, SPD
Helmke Kaufner, GAL
In der nächsten Ausgabe veröffentlichen wir weitere
Stimmen aus dem 9er-Gremium, unter anderem von der CDU.
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Politik |
Was wir ändern wollen ...
Thomas Stölting:
Vorsitzender des 9er-Gremiums, SPD
Die Zeit ist reif. Überreif.
Politik muß sich wirklich nicht in alles einmischen.
Daß aber im Schanzenviertel gehandelt werden muß, ist allen
klar, die hier wohnen. Mit der überbezirklichen Zusammenarbeit
von Hamburg-Mitte, Altona und Eimsbüttel im "9er-Gremium" ist
tatsächlich ein neuer, konstruktiver Weg beschritten worden.
Was ist passiert? Über Jahre hat sich das Schanzenviertel
langsam aber zunehmend schneller verändert. Es war ein buntes
und weltoffenes Viertel. Soll es nun zum Tummelplatz für die
Gestrandeten werden? Jedes Gemeinwesen hat die Pflicht, die
Last der Mühseligen und Beladenen mitzutragen. Die allermeisten
von uns sind dazu bereit. Doch wenn die Last zu schwer wird,
macht sich Verzweiflung breit, auch und gerade bei denen, die
helfen wollen. Sie ziehen weg und zurück bleiben diejenigen, die
sich allein nicht mehr helfen können. Das darf nicht sein.
Es sind vor allem die Auswirkungen der Drogenszene, die das Viertel
belasten. Wir wollen deshalb einen besseren Standort für den Gesundheitsraum
Fixstern. Er soll im Viertel bleiben, aber nicht mehr mitten im Wohngebiet.
Wir suchen aktiv nach einem neuen Platz, der für den Stadtteil erträglicher
ist. Insgesamt brauchen wir wieder ein Gleichgewicht im Schanzenviertel,
bei dem nicht einzelne Gruppen und Einzelinteressen dominieren.
Im "9er-Gremium" haben wir eine Prioritätenliste der Dinge vorgelegt, die
verändert werden sollen. Als erstes wird es ein Stadtpflegeprojekt geben.
Weniger Müll, mehr Sauberkeit. Das Schulterblatt wird verschönert und soll
wieder zur lokalen Einkaufsmeile werden. Stück für Stück wenden wir uns einem
Problem nach dem anderen zu. Bis wir unsere Aufgabe erledigt haben.
Wir brauchen im Schanzenviertel eine Kultur der Veränderung, ein Aufbrechen
der alten Fronten und mehr |
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Zusammenarbeit. Wir brauchen mehr
Menschen, die sich für das Gemeinwesen
engagieren. Dann werden wir die Entwicklung zum Besseren schaffen.
Abgestimmter Beitrag der drei GAL-Fraktionen:
in den Bezirken Mitte, Altona und Eimsbüttel
Das 9er-Gremium sehen wir als Chance für die Schanze.
Es zwingt die beteiligten 3 Bezirksversammlungen nach konsensualen Lösungen zu suchen.
Und zwar unter Einbeziehung aller Akteure. Mit den nun endlich verabschiedeten
Leitzielen für das bezirksübergreifende Quartiersmanagement sind dafür wichtige
Voraussetzungen geschaffen. Schwerpunkt ist für die GAL bei allen Projekten und
Konzepten nämlich die Rückkoppelung und der Austausch mit den Beteiligten und
Interessierten im Viertel. Beim Thema Stadtteilpflege wollen wir eine Überwindung
der zersplitterten Zuständigkeiten bei der Reinigung. Optimal wäre dafür ein eigener,
beschäftigungswirksamer Träger für die Schanze. Eine Art Ordnungsdienst lehnen wir
ab. Für Kinder und Jugendliche muss das vorhandene Angebot stärker vernetzt und in
Teilen ergänzt werden.
Dabei stehen für uns die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt.
Bei in-door-Aktivitäten fehlen z.B. Hallenzeiten für nichtorganisierte Jugendliche.
Hier müssen die Sportämter Ausnahmen von den Vergaberichtlinien zulassen. Beim Komplex
Auswirkungen der Drogenszene im Viertel unterstützen wir ein Pilotprojekt als Anlauf-
und Beratungsstelle für unbegleitete Minderjährige aus Afrika. Auch neue Standorte bzw.
zusätzliche Gesundheitsräume im Schanzenviertel betrachten wir als geeignetes Mittel,
um den vorhandenen Brennpunkt zu entschärfen. Dabei widersetzt sich die GAL allen Versuchen,
die sinnvolle und gute Arbeit der vorhandenen Träger zu konterkarieren und zu hintertreiben.
Denn wir wollen die Arbeits-, Diskussions- und Handlungszusammenhänge im Viertel stärken und
nicht schwächen. |
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