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Lisa Schleunes

Elli Steffens

Peter Haß

Marc-Oliver Pagel, Gerrit Lerch

Lisa Schleunes Elli Steffens Peter Haß Marc-Oliver Pagel, Gerrit Lerch
Meinungen

Was ich ändern würde ...


Lisa Schleunes:
bis Ende '99: Eimsbüttler Chaussee

Die Drogendealer auf Straßen und in Parkanlagen verunsichern die Leute und ängstigen die Kinder. Hier besteht dringender Handlungsbedarf. Für die Rote Flora muß ein Konzept erarbeitet und das Gebäude saniert werden, damit sie - im Sinne eines Stadtteil- und Nachbarschaftszentrums - von vielen Gruppen und Initiativen genutzt werden kann. Die Spielmöglichkeiten der Kinder wurden durch die Flächenreduzierung auf dem Bauspielplatz sogar verschlechtert. Die Spielplätze sollten besser ausgestattet und gepflegt sein. Die Parkanlagen sind mittlerweile großflächige Hundeklos. Die Nutzung als Spiel- und Freizeitfläche ist dadurch erheblich eingeschränkt. Elli Steffens:
Vorsitzende des Elternrates der Schule Altonaer Straße

Ich wünsche mir eine Verbesserung, beziehungsweise Ausweitung der Betreuung von Kindern und Jugendlichen an den Nachmittagen. An einer entsprechenden Essens-Versorgung arbeiten wir an der Schule bereits. Viele Eltern empfinden die Drogenszene im Viertel als konkrete Bedrohung, besonders ihrer Kinder, und wählen aus diesem Grund lieber andere Schulen. Hier sehe ich dringenden Handlungsbedarf - auch im Hinblick auf eine differenziertere und qualifiziertere Berichterstattung in den Medien. Peter Haß:
vom Buchladen am Schulterblatt 55, seit 20 Jahren im Viertel

Nach der Verdrängung der Drogenszene hin zum Schulterblatt wird viel gejammert. Aber worüber? Irgendwo müssen die Drogenabhängigen ja sein und damit auch die Dealer, solange es keine staatliche Abgabe von Drogen gibt. Wir haben uns von dieser Szene noch nie gestört gefühlt. Eher von der massiven Polizeipräsenz und den abscheulichen, ständigen Kontrollen vor allem schwarzer Menschen im Viertel. Es muß schleunigst ein zweiter Druckraum für die Abhängigen her, auch um die Rote Flora
von ihrer anerkennungswürdigen Arbeit zu entlasten. Viele - gerade auch Gewerbetreibende - machen es sich zu leicht, wenn sie alle Probleme als Ergebnis der "Drogenszene" betrachten. Unsere Läden im Viertel merken jedenfalls nichts von einer negativen Entwicklung. Gerrit Lerch (27) Marc-Oliver Pagel (27):
Betreiber Bar-Projekt I (Schulterblatt 74) und Cafe ohne Namen (Schulterblatt 72)

Die Schanze ist ein multikultureller Tuschkasten Š und das soll sie bleiben. Einige Dinge stinken hier allerdings gewaltig. Aufgerissene Müllbeutel sorgen für atemberaubenden Gestank. Alles was nicht in bezahlten Säcken ist, läßt die Müllabfuhr in der Gosse verloddern. Warum keine Mülltonnen, -trennung oder häufigeres Abholen?

Bei der Parkplatzsuche geht das Grauen richtig los. Hat man nach endloser Suche einen gefunden, steht man im Halteverbot und bekommt von einer übereifrigen Politesse sofort einen Strafzettel. Wo bitte soll ich auf dem Schulterblatt ordnungsgemäß be- und entladen? Warum kein großer Parkplatz an der Ecke Schulterblatt/Max-Brauer-Allee - das Gelände liegt schon lange brach.

Die Drogensituation eskaliert allmählich. Dealer verchecken vor unserer Bar ungehindert harte Drogen. Wir waren nie Rassisten und wollen auch keine werden. Aber unsere Wut wächst. Durch die "Schießbuden", wie den Fixstern, gibt es immer mehr neue Junks, die das Schanzen-Prinzip "Tust Du mir nichts, tu ich Dir nichts" nicht verinnerlicht haben, weil sie frisch im Viertel sind. Wir Nachtarbeiter dürfen uns dann mit den verstrahlten Nichtsmerkern auseinandersetzen. Eins ist klar: Wo Junkies sind, sind auch Dealer - und andersrum. Wir wollen das Drogenproblem nicht gänzlich aus dem Viertel kehren, aber das soziale Gefüge darf nicht durch übermäßiges Wachstum der Drogenszene gesprengt werden.


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