Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Altona

Beauftragte für Beschäftigung und soziale Stadtteilentwicklung

 

 

 

                                                                                                          18. Januar 2001

 

Protokoll

der 21.Sitzung des 9er – Gremiums zur bezirksübergreifenden Zusammenarbeit
“Quartiersentwicklung Schanzenviertel”

vom 17.01.2001

 

 

Teilnehmer / innen

 

SPD                                                  Mitte –                  Herr Stölting

                                                         Altona -                 Herr Emmel, Frau Meyer

                                                         Eimsbüttel             Frau Reinhardt

 

Grüne / GAL                                     Mitte -                   Frau Kaufner, Herr Lieven

                                                         Altona                   Frau Boehlich, Herr Below

                                                         Eimsbüttel             Frau Lipprandt, Frau Harff

 

CDU                                                  Mitte                     Herr Kühlhorn

                                                         Altona                  

                                                         Eimsbüttel             Herr Thomsen

 

Verwaltung

                                                         Mitte                     Herr Thomsen, Frau Koch

                                                         Altona                   Frau Schmoock

                                                         Eimsbüttel             Frau Sauer, Herr Buff

                                                         STEB                    Frau Kluczny, Herr Bathe

 

STEG                                                                            Herr Brinkmann, Frau Pelz

                                                                        

Gäste                                                                            Frau Baumeister, Herr Kammerahl – BAGS,

                                                                                     Herren Heise und Schröder – Behörde für Inneres,
Staatsrat Strenge – Senatsamt für Bezirksangelegenheiten, Herr Hornauer – Bezirksamt Altona,
zahlreiche weitere Gäste

Protokoll                                                                       

gez.

 

Stölting                                                                                   J.Schmoock


 

 

Bürgersprechstunde

 

Frau Thomas verliest ein kritisches Schreiben der Hamburger Volkshochschule an der Schanzenstraße, zur möglichen Verlagerung des Fixstern an die Lagerstraße.

In diesem Zusammenhang verweist Frau Thomas erneut auf die, unter den Gewerbetreibenden, gesammelten Unterschriften gegen eine mögliche Verlagerung und darauf, dass auch Herr Guthold, als Vertreter des Fleischgroßmarktes, sich im Namen der dortigen Firmen und Angestellten gegen eine Verlagerung ausgesprochen hätte.

Anschließend weist Frau Thomas auf die, aus Ihrer Sicht, unerträgliche Situation rund um die S - Bahnbrücke hin.

In diesem Zusammenhang sichert Herr Stölting zu, die entsprechenden Punkte an die zuständigen Stellen weiter zu leiten.

 

 

Frau Franzenburg spricht für Herrn Marena, der an der Schanzenstraße seit 12 Jahren eine Gaststätte betreibt.

In der Vergangenheit hat es gegen ihn als Betreiber häufig Anzeigen wegen Lärmbelästigung gegeben. Aus dieser Situation haben sich für ihn persönlich gravierende Schwierigkeiten mit der Polizei entwickelt. Der Lärm wird jedoch hervorgerufen durch Personen, die sich vor der Gaststätte aufhalten, aber nicht zu seinen Gästen gehören.

Da er selbst Schwarzafrikaner ist, entstand durch die Schwierigkeiten mit der Polizei bei ihm der Eindruck, es würden alle Schwarzafrikaner behandelt, als würden sie automatisch zur Drogen- bzw. Dealerszene gehören.

Gegenüber den Randalierenden wurden, aus seiner Sicht, durch die Polizei bislang keine Platzverweise ausgesprochen. Er bittet um Unterstützung, um die Situation konstruktiv zu lösen.

 

 

 

 

 

 

 

Das Schreiben ist dem Protokoll in der Anlage beigefügt.

 

 

 

 

 

 

 

Eine schriftliche Übersicht der einzelnen Punkte von Frau Thomas ist dem Protokoll beigefügt.

 

Zum Thema der möglichen Standortverlagerung Fixstern werden die geäußerten Bedenken einfließen in die Entscheidung, die das 9er – Gremium voraussichtlich in der Februarsitzung treffen wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Herr Stölting stellt fest, dass nicht nur die Polizei zuständig ist, sondern auch das Wirtschafts- und Ordnungsamt Eimsbüttel. Er bittet die Verwaltungsvertreter aus Eimsbüttel den Sachstand zu recherieren und in der nächsten Sitzung eine Stellungnahme des Wirtschafts- und Ordnungsamtes Eimsbüttel zu erhalten.

 

 

TOP 0 – Protokoll

 

 

 

Herr Thomsen – CDU Eimsbüttel - war auf der letzten Sitzungen nicht anwesend.

 

TOP 1 - Verlagerung Fixstern / Standortprüfung Lagerstraße - Zwischenbericht der BAGS

 

Herr Kammerahl berichtet den aktuellen Sachstand. Die Kostenübernahme für die Arbeiten der Hochbauabteilung Mitte ist geklärt, der Bezirk Mitte stellt aus Planungsmitteln DM 15.000,- zur Verfügung.

Anfang November fand eine Begehung des Gebäudes Lagerstraße 36 durch die BAGS – Referat und Drogen Sucht – und die Hochbauabteilung des Bezirksamtes Mitte statt. Zudem gab es einen Gesprächstermin mit Herrn Balschuweit, dem Leiter des dort ansässigen Veterinärwesens. Im Ergebnis wurde eine Vielzahl von fachlichen Problemen deutlich, die eine Umsetzung des Prüfauftrages in der von der STEG vorgeschlagenen Variante – Anbau und Integration in das bestehende Gebäude – nahezu unmöglich erscheinen läßt.

Im Zusammenhang dem Umzug von G8 und weiteren Aufgabenfeldern wie z.B. BSE bestehen bei den Veterinären derzeit Unsicherheiten über möglicherweise zusätzlich erforderliche Kapazitäten. Zudem sind vor zwei Jahren in den Umbau der Räumlichkeiten DM 2 Mio. geflossen. Bei einer Integration in das Gebäude würden voraussichtlich Umbaukosten in Höhe von DM 5000,- pro m2 entstehen. Eine sinnvolle Verlagerung der jetzigen Nutzung mit Blick auf die Arbeitsabläufe ist dabei noch nicht berücksichtigt.

Vor diesem Hintergrund hat die BAGS den Prüfauftrag weit ausgelegt, und läßt über das Bezirksamt Mitte, im Rahmen eines Lageplanverfahrens, die Möglichkeit eines Neubaus auf dem Parkplatz vor dem Gebäude prüfen.

Herr Emmel fragt nach, in welcher Form die Veterinäre von den Auswirkungen BSE betroffen sind, wo doch auf dem Fleischgroßmarkt nicht mehr geschlachtet wird. Herr Kamerahl führt aus, dass es zu Einlagerungen kommen könnte. Dieser Aspekt sei bei der Entscheidung jedoch sekundär gewesen, primär ausschlaggebend war der erforderliche Umbau, und die damit verbundenen Kosten. Geprüft wird derzeit, ob ein Solitärbau errichtet werden kann, der die Anforderungen des Raumprogrammes der Einrichtung Fixstern erfüllt und rechtlich, sowie bautechnisch genehmigungsfähig wäre.

Frau Baumeister ergänzt, die Hochbauabteilung in Mitte hatte zunächst ein Vorbescheidsverfahren vorgeschlagen, insofern sei der lange Vorlauf auch bedingt durch eine Einigung auf ein sinnvolles Verfahren zwischen den Behörden.

Frau Koch führt aus, dass eine Erörterung der Genehmigungsfähigkeit bislang zu folgendem Ergebnis geführt hat:

Eingestuft als soziale Einrichtung wäre die Nutzung prinzipiell genehmigungsfähig. Aus baurechtlicher Sicht negativ zu bewerten sind zunächst folgende Aspekte:

die Überbauung der Grundstücksgrenze auf öffentlichem Grund, und entsprechend kein Vorplatz vor dem Eingang. Betroffen von einem Neubau wäre der vorhandene Baumbestand. Zudem müßte ein Telefonverteiler verlagert werden. Der Entwurf fügt sich bisher städtebaulich nicht ein.

Herr Kühlhorn kritisiert, dass die Abarbeitung des Prüfauftrages eine hohe Eigendynamik aufweist. Das der Bezirk Mitte die Kosten des Prüfauftrages trägt, ist aus seiner Sicht nicht nachzuvollziehen. Zudem sei er bislang davon ausgegangen , dass eine Verlagerung in das Gebäude und ein möglicher Anbau geprüft werden.

Herr Thomsen erläutert, dass zunächst erfolglos nach Möglichkeiten gesucht wurde, die Kosten für die Standortprüfung zu decken. Um das Vorhaben zu stützen hat das Bezirksamt Mitte Gelder der Stadtplanungsabteilung zur Verfügung gestellt.

Herr Stölting begrüßt die unbürokratische Entscheidung des Bezirksamtes Mitte, auch vor dem Hintergrund des gesetzten Zeitplanes. Sein bisheriger Eindruck ist, dass die Variante Neubau nur durch den Widerstand der Veterinäre zustande gekommen ist. Eine ausführlichere Begründung dieser Entscheidung ist daher erforderlich.

Die bislang vorgesehene Variante – Teilnutzung des Gebäudes und Anbau – hatte aus Sicht des 9er – Gremiums den Vorteil der Freifläche. Die Wartenden bräuchten sich nicht mehr – wie zur Zeit notwendig – im öffentlichen Raum aufzuhalten. Er erkundigt sich, ob diese Zielsetzung in der Variante Neubau durch eine Vergrößerung des Cafebereichs erreicht werden könnte.

Frau Kaufner führt aus, dass ein neues Gebäude nicht der bisherigen Diskussion im 9er – Gremium entspricht. Sollte eine Mitnutzung des Gebäudes Lagerstraße 36 definitiv nicht möglich sein, müßten Alternativen geprüft werden; z.B. der Kopfbau des ehemaligen Viehhofs. Dieser ist im Zusammenhang der Messeerweiterung für gemeinnützige Nutzungen vorgesehen.

Frau Baumeister führt aus, dass aus ihrer Sicht der Prüfauftrag bezogen war auf den Standort Lagerstraße 36. Die Errichtung eines Neubaus sei dabei nach ihrem Verständnis nicht ausgeschlossen gewesen.

Zum Thema Vorplatz verweist sie auf die Erfahrungen des Drob Inn in St. Georg. Der dortige Vorplatz hat eher die Funktion eines “Marktplatzes” für Dealer und Konsumenten und weniger die Funktion einer Wartezone. Sinnvoller ist es daher Wartezonen innerhalb der Einrichtungen zu schaffen.

Bei den Verwaltungsvertretern aus Mitte erkundigt sie sich, ob der Kopfbau des ehemaligen Viehhofs zur Verfügung stehen würde. Bislang besteht in der BAGS eher der Eindruck, dass dieses Gebäude nicht überplant werde dürfe.

Zur Entscheidung für die Planung eines Neubaus führt Frau Baumeister aus, dass die Argumente der Veterinäre im Zusammenhang mit Fragen eines möglichen Umbaus und der erforderlichen Funktionsfähigkeit des Gebäudes ausschlaggebend gewesen seien.

Herr Kühlhorn betont erneut, dass die Prüfung eines möglichen Neubaus nicht der Beschlußlage im 9er – Gremium entspricht. Fragen zur Kostenübernahme werde er im Bezirk Mitte klären. Er erkundigt sich, ob in der Februarsitzung eine Gebäudeskizze, ein Kostenvoranschlag und ein entsprechendes Finanzkonzept vorgestellt würden.

Frau Baumeister erwidert, nach ihrem Verständnis sei in Septembersitzung des 9er – Gremium beschlossen worden, zu prüfen, ob ein Umzug der Einrichtung an den Standort Lagerstraße 36 möglich sei.

Mit Blick auf die Finanzierung hat die BAGS schon damals deutlich gemacht, dass die Kosten nicht allein von der BAGS getragen werden können.

Ohne den Beschluß des 9er – Gremiums und den entstandenen politischen Druck, käme aus Sicht der BAGS eine Verlagerung nicht in Frage. Die BAGS folgt mit dem Prüfauftrag dem politischen Votum. An einer Verlagerung besteht kein fachbehördliches Interesse, daher kann es keine alleinige Finanzierung durch die BAGS geben.

Herr Thomsen führt aus, was derzeit in der Hochbauabteilung geprüft wird.

Es wird eine Lageplanstudie angefertigt, d.h. das Raumprogramm für den Fixstern erhält eine bauliche Hülle, um eine baurechtliche Prüfung einer möglichen Gebäudeaufteilung vornehmen zu können. Ob die Baukosten dabei ermittelt werden, entzieht sich seiner Kenntnis.

Herr Brinkmann begrüßt das, aufgrund des Engagements des Bezirksamtes Mitte, die Studie angefertigt werden kann. Er spricht dafür aus, wie ursprünglich vorgesehen, Gebäudeteile der Lagerstraße 36 in die Prüfung einzubeziehen, z.B. die Flächen des Sanitärbereichs und des Abfallraumes. Es ist zu prüfen, ob der Sanitärbereich bei ein Anbaulösung auch als solcher genutzt werden könnte. Eine 100 % ige Überbauung des Parkplatzes sollte aufgrund der dann nicht mehr existierenden Freifläche nicht erfolgen. Die Kosten für An- und Umbau sollten den Kosten eines Neubaus gegenübergestellt werden.

Im Zusammenhang mit dem ehemaligen Viehhof weist Herr Stölting auf die nicht abgeschlossene Planung zur Messeerweiterung hin, und auf die Größe des Kopfbaus. Vor diesem Hintergrund sei eine Zustimmung des Bezirks Mitte zu einer Überplanung dieses Gebäudes derzeit nicht denkbar.

Herr Lieven führt aus, das der Standort ohne eine Freifläche erheblich abgewertet ist. Er erkundigt sich, ob das Raumprogramm einen zweigeschossigen Neubau erforderlich macht und erinnert daran, dass die Fassade der Lagerstraße 36 denkmalgeschützt ist. Aus seiner Sicht wäre eine Nutzung des Kopfbaus des ehemaligen Viehhofs – ca. 2500m2 - denkbar, zumal der Fleischgroßmarkt das Gebäude nicht vollständig nutzen wird.

Herr Staatsrat Strenge schlägt vor, dass die Machbarkeitsstudie für den Standort Lagerstraße 36 folgende Varianten umfassend abwägen sollte:

die Nutzung des Altbaus; eine Teilnutzung des Altbaus durch den Fixstern inkl. eines möglichen Anbaus unter Beibehaltung der Freifläche; sowie einen möglichen Neubau. Das Bauamt Mitte sollte zu diesen Varianten unter Einbeziehung der jeweils damit verbundenen Kosten Aussagen treffen.

Frau Baumeister erläutert, dass innerhalb der BAGS das Referat für Drogen und Sucht und die Veterinäre im selben Amt angebunden sind. Der Amtsleiter muss daher die Interessen der beiden Bereich sorgfältig gegeneinander abwägen. Eine definitive Entscheidung gegen eine Nutzung des Altbaus sei aus diesem Grund noch nicht gefallen.

Im Februar wird die Prüfung des Solitärbaus vorgestellt. Beide Varianten seien für das zur Verfügung stehende Geld nicht zu überprüfen.

Herr Thomsen / E fragt nach der Sichtweise der Drogenhilfeeinrichtung zum Themenfeld Freifläche, Wartenzone, “Marktplatz”.

Herr Kühlhorn kündigt an, dass aus seiner Sicht in der nächsten Sitzung keine Entscheidung gefällt werden kann, dazu ist die jetzt vorgenommen Prüfung “Neubau” zu problematisch.

Herr Buff spricht sich dafür aus, die Prüfung des Solitärbaus zu stoppen und zunächst die Varianten Teilnutzung und Anbau zu untersuchen. Erst nach abschließender Bewertung dieser Ergebnisse könne über einen Neubau, oder eine Teilnutzung des Kopfbaus des ehemaligen Viehhofes, nachgedacht werden.

Herr Kammerahl weist darauf hin, dass die Besonderheit der Nutzung von Seiten der Veterinäre und der Raumbedarf der zu schaffenden Suchthilfeeinrichtung, den Umbau im Altbau extrem verteuern würde.

Frau Koch plädiert für ein eindeutiges Signal an die Hochbauabteilung in Mitte, andernfalls sollte das Prüfverfahren ruhen.

Herr Stölting spricht sich dagegen aus, das bereits begonnen Prüfverfahren zu stoppen. Der Prüfauftrag sollte jedoch auf alle Varianten ausgedehnt werden.

Herr Emmel weist darauf hin, dass das Ergebnis der gegenwärtigen Prüfung den Standort kippen könnte.

Herr Kühlhorn betont, dass die Prüfung sich nicht allein auf den Solitärbau konzentrieren darf.

Herr Kammerahl weist darauf hin, das die Stellungnahme des Leiters der Veterinäre noch auf dem Weg ist, und in die jetzt vorgenommene Prüfung einfließen wird.

Herr Stölting dankt den Vertretern der BAGS für ihr kommen.

Frau Schmoock verteilt ein Schreiben der BAGS zu diesem Thema.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TOP 2 - Kontrolle einer möglichen Drogenszene am Standort Lagerstraße - Behörde für Inneres

 

Herr Heise – Leiter des Polizeikommissariats 17 – stellt sich vor. Er vertritt Herrn Mülder, der leider erkrankt ist. Herr Heise stellt Herrn Schröder - Polizeidirektion Mitte - vor, der das generelle Einsatzkonzept erläutern wird.

Herr Heise faßt den, im September im 9er – Gremium beschlossenen, Prüfauftrag zusammen. Danach sollte die Behörde für Inneres, für den Fall einer Verlagerung der Drogenhilfeeinrichtung Fixstern an die Lagerstraße, ein standortbezogenes Einsatzkonzept entwickeln. Ein spezielles Konzept würde im Fall einer Verlagerung durch die Polizei nicht aufgelegt werden, jedoch stelle man sich auf die konkrete Situation vor Ort ein und reagiert flexibel darauf. Grundlage polizeilichen Handelns im Zusammenhang mit möglichen Drogenszenen ist das Modifizierte Handlungskonzept der Polizei / St. Georg.

Herr Schröder erläutert die Entstehung dieses Konzeptes. Entwickelt wurde es zunächst 1995 als Reaktion auf die statische, offene Drogenszene am Hauptbahnhof. Ziel ist die Verhinderung einer Verfestigung der offenen Drogenszene, durch einerseits Strafverfolgung und andererseits gefahrenabwehrende Ebenen.

Mittlerweile hat die Situation sich verändert. Entlang der ÖPNV – Verbindungen haben sich darüber hinaus kleinere, dezentrale Szenen entwickelt. Mit dem Ziel einer stärkeren Flexibilisierung wurde daher das Konzept im Herbst letzten Jahres überarbeitet. Noch vorhandene Konzentrationen einer offenen Szene sollen verkleinert werden, die Verfestigung neuer offener Szenen soll verhindert werden. Auf Hinweise aus der Bevölkerung wird durch die Einrichtung eines Bürgertelefons bei der Polizeidirektion Mitte schneller reagiert. Dort auflaufende Meldungen werden direkt an die im Einsatz befindlichen Kräfte weitergeleitet. Für den Bereich Schanzenviertel sind die Kommissariate 22 und 17 und die Revierwache 16 zuständig. Zwischen diesen Stellen ist eine konkrete Zusammenarbeit in diesem Problemfeld vereinbart worden. Die Bahnhöfe liegen im Zuständigkeitsbereich des Bundesgrenzschutzes. Dieser hat in enger Zusammenarbeit mit der Polizei eine eigene Gruppe für diese Aufgabe eingerichtet.

Trotz dieser Maßnahmen kann die Polizei nicht garantieren, dass das Schanzenviertel frei von einer Drogenszene sein wird.

Bildet sich am möglichen Standort Lagerstraße 36 eine Drogenszene kämen die genannten Maßnahmen zum Einsatz.

Herr Heise erläutert die Zusammenarbeit der Kommissariate 17 und 22 und der Revierwache 16. Um das Zuständigkeitsdenken innerhalb der jeweiligen Revierflächen aufzubrechen – die Grenze zwischen der Revierwache 16 und dem Kommissariat 17 bilden die Bahngleise am Sternschanzenbahnhof – wurde ein eigenes Konzept zur Zusammenarbeit, als Reaktion auf die spezifische Situation im Schanzenviertel, entwickelt. Für diese Aufgabe wurde eine eigene, revierübergreifende Führungsstruktur mit der Zuständigkeit Schanzenviertel entwickelt. Damit sind schnelle und umfassende Reaktionen im Gebiet möglich.

Herr Stölting führt aus, dass die dem Standort Lagerstraße 36 gegenüberliegenden Straßenseiten eine Wohnbebauung aufweisen. Er erkundigt sich, wie dieser Standort aus der Sicht der Polizei bewertet wird und ob es möglich ist, durch einen modifizierten Umgang mit Platzverweisen eine Ausbreitung der Szene in das angrenzende Wohngebiet zu verhindern.

Herr Heise führt aus, dass die meisten Konsumenten mit der Bahn zum U und S – Bahnhof Sternschanze fahren. Unter diesem Aspekt besteht für den Standort Lagerstraße 36 ein Vorteil, da ein kurzer, direkter Weg zur Einrichtung entstünde, und auf dieser Straßenseite der Schanzenstraße keine Wohnbebauung vorhanden ist. Für den Themenbereich Platzverweise erläutert er die rechtlichen Voraussetzungen. Es müssen zunächst Gefahrengebiete anhand konkreter Feststellungen, die auch richterlich Bestand haben müssen, definiert werden.

Vor dem Hintergrund der rechtlichen Bewertung sei zunächst eine differenzierte Betrachtung erforderlich. Eine Voraussetzung um tätig zu werden, sind anerkannte Gefahren in bestimmten Gebieten.

Wie diese Gebiete, für die Platzverweise ausgesprochen werden können, nach einer möglichen Verlagerung in die Lagerstraße 36 geschnitten werden müssen, werde geprüft, wenn Erkenntnisse vorliegen.

Herr Schröder führt aus, dass Erfahrungen im Drob Inn in St. Georg gezeigt haben, dass ein direkter Einsatz vor Drogenhilfeeinrichtungen zu einer Verdrängung der Szene in das angrenzende Wohngebiet führt. Prinzipiell ist es möglich Ansammlungen aufzulösen, jedoch müßten die genannten Aspekt genau abgewogen werden.

Herr Kühlhorn merkt an, dass in Teilen des Quartiers bereits Platzverweise erteilt werden und erkundigt sich, ob mit einer Verlagerung des Fixstern auch das Problem der illegalen Verschläge gelöst werden könnte.

Herr Heise erläutert die, aus seiner Sicht problematische Beziehung zwischen dem jetzigen Standort der Einrichtung, der Flora und dem Florapark. Durch eine Verlagerung würde diese Koppelung nach derzeitiger Einschätzung entzerrt. Die Frage der illegalen Verschläge bedarf einer differenzierten Betrachtung in der Frage der Zuständigkeiten.

Herr Stölting dankt Herrn Heise und Herrn Schröder für die informativen Ausführungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TOP 3 - Sachstandsbericht des Amtes zum Mietvertrag Flora

 

Herr Stölting begrüßt Herrn Staatsrat Strenge und Herrn Hornauer.

Herr Hornauer führt aus, dass der Entwurf eines Mietvertrages in der letzten Sitzung an die Mitglieder des 9er – Gremiums verteilt wurde. Mitte Oktober wurde dieser Entwurf vom Bezirksamt Altona an die Flora übersandt. Die Entwicklung der letzten 2 ½ Jahre wurde damit seitens des Amtes zu einem konstruktiven Abschluß geführt. Zunächst war es neben Nutzungsabsprachen vordringlich gewesen, innerhalb des Gebäudes öffentlich – rechtliche Belange umzusetzen, um die dortige Sicherheit zu gewährleisten. Dazu gehörten die Bereiche Brandschutz, Lärmschutz und Sanitäranlagen. Zur Abarbeitung dieser Gesichtspunkte hat es in den zurückliegenden Jahren Gespräche mit dem Verein, Begehungen des Gebäudes mit dem Amt und der Feuerwehr gegeben. Nach zahlreichen Bautätigkeiten, die vom Verein Flora e.V. beauftragt wurden, ist am 12.05.2000 das letzte Monitum als beseitigt gemeldet worden.

Danach war es möglich, das Thema Mietvertrag aufzugreifen. Der Entwurf des Mietvertrages ist so normal wie möglich ausgefallen. Eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Trägern gilt jedoch für den Verein Flora e.V.. Dieser lehnt es ab “Staatsknete” zu erhalten. Zuwendungen etwa für Mietkosten, wie bei anderen Stadtteilkulturzentren, sind daher nicht vorgesehen, im Gegenteil, es ist Miete zu zahlen.

Die Miethöhe im Vertrag orientiert sich am Feuerkassenwert, einem Rohbauwert, zu dem das Gebäude versichert ist.

Entsprechend wurde der Aspekt der Bauunterhaltung, anders als in sonst üblichen Mietverträgen, den Mietern übertragen. Dieses entspricht im übrigen der bisherigen Handhabe.

Es handelt sich nicht um einen befristeten Vertrag, da ein solcher Vertrag nicht vor Ablauf der vereinbarten Frist kündbar wäre. In dem Entwurf sind hingegen normale Kündigungsfristen vorgesehen.

Derzeitiger Stand ist, dass der Verein, seine Anwälte und das Plenum der Flora sich mit dem Entwurf auseinandersetzen. Über das Plenum wurden dafür Arbeitsgruppen eingerichtet.

Bislang hat es dort keine abschließende Meinungsbildung gegeben.

Herr Staatsrat Strenge führt zunächst aus, dass die dargelegten Aspekte auch nachgelesen werden können in der Antwort auf die schriftliche kleine Anfrage von Herrn Warnholtz ( CDU ) – Drucksache 16 / 5408, sowie den Drucksachen 16 / 4363 und 16 / 4384. Zudem hat der Stadtentwicklungsausschuß sich 1999 im November und im Juni 2000 ausführlich mit der Thematik beschäftigt.

Die derzeit auch öffentlich ausgetragene Diskussion der Flora zum Thema Mietvertrag deutet auf einen Paradigmenwechsel hin. Bislang wurde, im Gegensatz zur Erfüllung der öffentlich – rechtlichen Auflagen, der Abschluß eines Mietvertrages strikt abgelehnt. Innerhalb der Flora internen Auseinandersetzungen zu diesem Thema, sind jedoch sehr unterschiedliche Auffassungen auszumachen. Es gibt sowohl eine Fraktion die einem Vertragsverhältnis positiv gegenüber steht, ebenso wie Vereinsmitglieder und Besucher des Plenums, die Verhandlungen strikt ablehnt.

Die interne Auseinandersetzung umfaßt sogar, wie im Artikel der Zeck – Ausgabe Dezember 2000 / Januar 2001 nachzulesen ist, die Option einer Spaltung.

Herr Stölting bewertet den Vertagsentwurf als akzeptabel. Aus seiner Sicht ist es sinnvoll, das Thema unter dem Aspekt Wandel durch Annäherung weiter zu verfolgen, jedoch sollte auch auf entsprechende Terminsetzungen geachtet werden.

Herr Kühlhorn bewertet den Vertragsentwurf kritisch. Über die Höhe der Miete und die Feuerkassenmittel würde eine Subvention erfolgen. Zu befürchten sei, dass sich daraus eine dauerhafte Subvention entwickelt.

 

Auf Nachfrage erläutern Herr Hornauer und Herr Strenge rechtliche Aspekte des gegenwärtigen Nutzungsverhältnisses.

Herr Stölting würde eine vertraglich Lösung begrüßen. Er bedankt sich bei Staatsrat Strenge und bei Herrn Hornauer für die Ausführungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TOP 4 - Themenauswahl 2001 – Abschluß der Beratungen

 

Herr Stölting faßt die Diskussion der letzten Sitzung kurz zusammen. Er spricht sich dafür aus die Themenauswahl 2001, wie in der letzten Sitzung vorgelegt und erörtert, zu verabschieden.

 

 

 

Das 9er – Gremium beschließt einstimmig die Themenauswahl 2001, wie sie in der Sitzung vom 20.12.2000 von der STEG als Tischvorlage vorgelegt und anschließend erörtert wurde.

 

 

TOP 5 – Verschiedenes

 

Herr Brinkmann verteilt Vordrucke für die, während der letzten Sitzung diskutierten, Internet – Kurzportraits.

Weiterhin verteilt er die Kopie des vom 9er – Gremium gewünschten Schreibens der STEG an die Jugendhilfeausschüsse in den Bezirken zum Thema Schnittstellenprojekte.

Frau Kaufner bittet darum das Thema “Sitzungsort 9er – Gremium” auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu nehmen.