Freie und Hansestadt Hamburg

Bezirksamt Altona

Beauftragte für Beschäftigung und sozialeStadtteilentwicklung

 

 

 

                                                                                                          30.November 2000

 

Protokoll

der 19.Sitzung des 9er – Gremiums zurbezirksübergreifenden Zusammenarbeit
“Quartiersentwicklung Schanzenviertel”

vom 15.11.2000

 

 

 

Teilnehmer / innen

 

SPD                                                  Mitte–                  Herr Stölting

                                                         Altona-                 Herr Emmel, Frau Meyer

                                                         Eimsbüttel             Frau Reinhardt

 

Grüne / GAL                                     Mitte-                   Frau Kaufner, HerrLieven

                                                         Altona                   Herr Below, Frau Boehlich

                                                         Eimsbüttel             Frau Lipprandt

 

CDU                                                  Mitte                     Herr Kühlhorn

                                                         Altona                   Frau Stark - Bergemann

                                                         Eimsbüttel             Herr Thomsen

 

Verwaltung

                                                         Mitte                     Frau Koch, Herr Thomsen

                                                         Altona                   Frau Schmoock

                                                         Eimsbüttel             Herr Buff, Herr Schuster, FrauSauer

                                                         STEB                    Frau Eschricht, Herr Bathe

 

STEG                                                                            Herr Brinkmann, Frau Dettmer, Frau Pelz

                                                                        

Gäste                                                                            FrauHoffenreich – STEB / LP, Herr Kühn – SME, Herr Kretzer BSJB / AJ,

                                                                                     zahlreicheweitere Gäste

Protokoll                                                                       

 

gez.

 

 

Stölting                                                                                   J.Schmoock

 

Bürgersprechstunde

Frau Thomas von der Interessengruppe Anwohner und Gewerbetreibende Schanzenstraße 99 – 120 teilt mit, dass der Geschäftsführer des Fleischgroßmarktes sich stellvertretend für die Betriebe der Interessengruppe angeschlossen hat.

Des Weiteren übt sie Kritik an dem für die Standortuntersuchung angelegten Radius von 100m. Aus ihrer Sicht hätte ein 500m Radius angelegt werden müssen. Frau Thomas weist darauf hin, dass die Volkshochschule auch von Jugendlichen genutzt wird und die benachbarte Wohnbevölkerung von einer möglichen Standortverlagerung betroffen sei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor Eintritt in die Tagesordnung wird folgende Änderung beschlossen:

TOP 1 Schnittstellenprojekte – Herr Kretzer vom Amt für Jugend und Herr Kühn – Geschäftsführer von SME werden diese Thematik erläutern.

TOP 2 Messeerweiterung – Zusammenfassung des Zwischenstandes durch die STEB – Frau Hoffenreich, Bewertung der Planungen – insbesondere im Bereich nördlich der Lagerstraße - durch das 6er – Gremium.

TOP 3 Sachstandsbericht des Quartiersmanagers

TOP 4 Verschiedenes

Nicht öffentlich: TOP 5 Information des Amtes über den Sachstand “Brammerfläche”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TOP 0 - Protokoll

Herr Brinkmann bittet darum, unter TOP 4 den letzten Satz wie folgt zu korrigieren:

Die Arbeit des Schanzenkiekers wurde auf den südlichen Teil der Schanzenstraße ausgedehnt.

TOP 1 - Schnittstellenprojekte – Herr Kretzer vom Amt für Jugend und Herr Kühn – Geschäftsführer von SME werden diese Thematik erläutern

Herr Kretzer vom Amt für Jugend stellt sich vor und erläutert die Hintergründe. Die Thematik geht zurück auf ein Bürgerschaftliches Ersuchen vom Dezember 1999. Hintergrund für dieses Ersuchen war die Annahme, dass in der Jugendhilfe eine zu geringe Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Leistungsbereichen besteht und angrenzende Verantwortungsbereiche ( z.B. Schule, Arbeitsverwaltung, soziale Stadtteilentwicklung ) eher selten einbezogen werden. Daher bedarf es einer Weiterentwicklung der Kooperation der unterschiedlichen Leistungsbereiche.

Seit dem 10.10. liegt Senatsdrucksache 16/4918 vor. Mit ihr ist die Grundlage für Schnittstellenprojekte geschaffen worden. Vorbehaltlich der Zustimmung der Bürgerschaft stehen für dieses Vorhaben voraussichtlich DM 2,5 Mio. als Anschubfinanzierung für einen Zeitraum von 2 Jahren zur Verfügung.

Folgende Kriterien sind für die Konzeption von Schnittstellenprojekten in der Drucksache festgelegt: Die Projekte bauen auf die Kooperation zwischen unterschiedlichen Partnern aus den Bereichen Jugendarbeit, Hilfen zur Erziehung, Schule, Arbeit, Ausbildung, Familienhilfe etc. auf. Zwingend vorgeschrieben ist die Kooperation mit den Allgemeinen Sozialen Diensten (ASD) in den jeweiligen Bezirksämtern.

Es ist ein zweistufiges Auswahlverfahren vorgesehen. In ersten Schritt erarbeiten die Bezirke gemeinsam mit den Jugendhilfeausschüssen anhand eines Kriterienkataloges die Gebietsvorschläge. Das Amt für Jugend trifft die Entscheidung für einzelne Gebiete nach Anhörung der Bezirke. Die Ausschreibung der Schnittstellenprojekte in den ausgewählten Gebieten wird vom Amt für Jugend vorgenommen. Alle Träger und Institutionen die an einem Schnittstellenprojekt teilnehmen wollen, reichen durch einen der beteiligten Träger einen gemeinsamen Antrag ein. Die Bezirke sichern dabei die Beteiligung des zuständigen ASD zu. Die ausgewählten Projekte können eine wissenschaftliche Begleitung beantragen. Ein regelmäßiger Austausch mit dem Amt für Jugend findet statt. Ziel ist es gemeinsam mit allen Kooperationspartnern innerhalb des Projektzeitraumes von 2 Jahren veränderte Arbeitsstrukturen zu entwickeln.

Herr Kühn stellt sich und den Träger SME – Stadtteilbezogene Milieunahe Erziehung – vor. Der Träger arbeitet im Schanzenviertel im Bereich Hilfen zur Erziehung mit Angeboten in den Bereichen der Familienhilfe, der ambulanten Hilfen und der flexiblen Betreuung. Der Verein verfügt über 25 Planstellen.

Im folgenden skizziert Herr Kühn aus seiner Sicht mögliche Ansatzpunkte für Schnittstellenprojekte. Hilfen zur Erziehung werden von den betreffenden Eltern beim ASD beantragt, wenn schwierige Situationen innerhalb der Familie bestehen. Hilfen zur Erziehung sind immer langfristig angelegt, mit einer Dauer von 1-2 Jahren. Aus seiner Sicht sind die Hilfen damit hochrangig und kostenintensiv. Zwischenbereiche werden derzeit zu wenig ausgelotet und entsprechend kaum genutzt.

Hier liegen aus der Sicht von SME Ansatzpunkte für Schnittstellenprojekte, z.B. im Handlungsfeld Schule/ Schulverweigerer oder im Bereich schwieriger Kinder in Kindertagesstätten. Es könnte mit Hilfe eines Netzwerkes kurzfristige Hilfe initiiert werden, z.B. über Familienhelfer, die eine Integration dieser Kinder innerhalb des Regelbetriebes Kindertagesheim in die Gruppe unterstützen.

Eine weitere Möglichkeit besteht in einer Kooperation mit Sportvereinen z.B. zu dem Projekt “Rabbatz auf dem Platz” des SC Sternschanze.

Zur Dokumentation und Auswertung der Schnittstellenprojekte bestehen bei SME Überlegungen einer Kooperation mit der Uni Hamburg.

Herr Stölting faßt die Vorträge zusammen. Es sei deutlich geworden, dass es darum geht, vorhandene Hilfen zu optimieren und Mitarbeiter zu befähigen anders zu handeln. Unklar ist aus seiner Sicht die Frage, was mit den entwickelten anderen Angeboten nach Ablauf der geplanten 2 Jahre passiert; würden diese Angebote dann eingestellt werden.

Herr Kretzer führt aus, Ziel ist die Entwicklung strukturwirksamer Projekte, mit denen größere Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Leistungsbereichen der Jugendhilfe befördert werden. Nach Ablauf der 2 Jahre werden die Ergebnisse durch das Amt für Jugend bewertet und der Bürgerschaft berichtet.

Herr Kühn ergänzt, dass es um eine Erhöhung der Handlungskompetenz der Mitarbeiter geht und nicht um die Schaffung neuer Einrichtungen. Ziel ist es vorhandene Aufgaben neu / anders zu bearbeiten. Dieses bedingt vor allen eine intensive Koordination innerhalb eines Trägerverbundes und die Weiterbildung der Mitarbeiter.

Herr Emmel führt aus, dass innerhalb des 9er – Gremiums im Zusammenhang mit einer möglichen Verlagerung des Fixsterns das Thema Drogenprävention diskutiert wird. Wäre in diesem Themenfeld ein Schnittstellenprojekt in Kooperation mit den Schulen Altonaerstraße und Ludwigstraße denkbar ?

Er erkundigt sich, ob die Diskussion der Empfehlung des 9er – Gremiums, dass Schanzenviertel als einen zusätzlichen Sozialraum für ein Schnittstellenprojekt anzumelden, in den jeweiligen Jugendhilfeausschüssen abgeschlossen ist.

Die Diskussionen sind bislang nicht abgeschlossen. Herr Kretzer erläutert, dass es eine Veränderung im Verfahren gegeben hat. Es wird keine Kontingentierung der Projekte auf die Bezirke geben, d.h. es kann nicht mehr davon ausgegangen werden, dass es ein Schnittstellenprojekt pro Bezirk geben wird. Das Amt für Jugend wird sich auf der Basis der Qualität der Gebietsanmeldungen entscheiden. Ein bezirkübergreifendes Projekt, wie es vom 9er – Gremium diskutiert wird, hätte sicherlich gute Chancen in die Auswahl zu kommen.

Frau Reinhardt findet die vorgesehenen 2 Jahre zu kurz, um eine nachhaltige Ergebnissicherung zu erreichen. Herr Lieven unterstützt diese Einschätzung.

Herr Thomsen erkundigt sich, ob hinter diesem Vorhaben nicht auch die Absicht steht, Prozesse der Vernetzung in Gang zu bringen, um anschließend auf Dauer mit weniger Mitteln diese neu entstandene Zusammenarbeit zu fördern.

Herr Kühn erläutert den politischen Wunsch, hochrangige, kostenintensive Hilfen langfristig zurückzufahren. Ziel der Schnittstellenprojekte ist es dauerhafte, verbindliche Kooperationen zu entwickeln.

Herr Kretzer führt aus, dass ursprünglich ein Erprobungszeitraum von 3 Jahren vorgesehen war. Nach Abschluß des Erprobungszeitraumes wird der Bürgerschaft ein Bericht vorgelegt, in dem auch haushaltspolitische Empfehlungen enthalten sind.

Eine Finanzierung neuer Vorhaben ist mit den Schnittstellenprojekten nicht verbunden, eine Finanzierung hierfür müßte z.B. durch die Regelfinanzierung mitgebracht werden. Die Finanzierung eines Drogenpräventionsprojektes an den Schulen im Schanzenviertel müßte über vorhandene Einrichtungen und deren Finanzierung abgedeckt werden.

Herr Kühlhorn führt aus, dass der Jugendhilfeausschuss Mitte einem bezirksübergreifenden Projekt, auch vor dem Hintergrund knapper Ressourcen, bislang kritisch gegenüber steht. Für ihn ist bislang kein Ansatz für ein Schnittstellenprojekt “Schanze” zu erkennen, insbesondere da über das Quartiersmanagement ein Abgleich und die Abstimmung der Öffnungszeiten der Jugendfreizeiteinrichtungen moderiert wird.

Herr Brinkmann erläutert, dass die im Arbeitskreis Kinder- und Jugend mit den dort vertretenen Trägern auf der Grundlage der vorhandenen Angebotspalette derzeit ein Abgleich der Öffnungszeiten und Angebote als Grundlage für eine weitere Kooperation erarbeitet wird. Dieses ist eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Kooperation von Schnittstellenprojekten.

Herr Kühn ergänzt, dass ein wichtiges Kriterium der Gebietsauswahl die Anzahl der Fälle von Hilfen zur Erziehung bei zuständigen ASD sind. Daraus läßt sich ersehen, dass die Ziele von Schnittstellenprojekten, weit über Kooperationen von Jugendfreizeiteinrichtungen hinaus gehen. Seiner Überzeugung nach bietet das Quartier gute Chancen innovative Kooperationen im Bereich Hilfen zur Erziehung zu erproben.

Herr Stölting dankt Herrn Kretzer und Herrn Kühn für die informativen Ausführungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

TOP 2 - Messeerweiterung –
Zusammenfassung des Zwischenstandes durch die STEB – Frau Hoffenreich, Bewertung der Planungen – insbesondere im Bereich nördlich der Lagerstraße - durch das 6er – Gremium

Frau Hoffenreich stellt, den Wünschen des 9er – Gremiums entsprechend, die bislang diskutierten Varianten für die Schwerpunkte Verkehr und Fläche nördlich der Lagerstraße anhand der Pläne vor. Die ausführliche Diskussion der Varianten wird in den Protokollen der Workshops zusammen gefaßt, die den Mitgliedern des 9er – Gremiums übersandt wurden. Nach Abstimmung der Gutachten aufeinander, erhalten diese auch die Mitglieder des 9er – Gremiums. Nachgearbeitet wird derzeit im Bereich Verkehr und Durchlässigkeit der Lagerstraße.

Im weiteren Verfahren wird ein Gesamtkonzept, in dem alle Belange abgebildet werden, erstellt.

Derzeit werden Gespräche zwischen Senator Mirow und dem Fleischgroßmarkt geführt. Bislang gibt es keine Einvernehmlichkeit zwischen Messe und FGH bezüglich der Flächeninanspruchnahme.

Im Mittelpunkt der Diskussion stehen die für den FHG erforderlichen Flächen für zukünftige Entwicklungspotentiale. Eine Verdichtung im südlichen Bereich durch eine Verlagerung der Betriebe von den, durch die Messeerweiterung beanspruchten FGH – Flächen, schränkt langfristig bislang vorhandene Entwicklungspotentiale ein.

Herr Buff stellt das Papier des 6er – Gremiums zum dortigen Diskussionsstand vor und erläutert die Entstehung.

Die Frage einer Verträglichkeit der in der Diskussion stehenden unterschiedlichen Nutzungen für den Bereich nördliche Lagerstraße, kann derzeit nur spekulativ erörtert werden.

Die STEG hat zur Messeerweiterung eine umfassende Stellungnahme erarbeitet, diese wird mit dem Protokoll an die Mitglieder des 9er – Gremiums verschickt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Diskussion über mögliche Empfehlungen des 9er – Gremiums wird in der nächsten Sitzung geführt.

TOP 3 - Sachstandsbericht des Quartiersmanagers

Herr Brinkmann erläutert den Sachstandsbericht. Nachfragen bestehen nicht.

 

 

 

TOP 4 – Verschiedenes

 

Nach kurzer Diskussion wird beschlossen, dass die Dezembersitzung stattfindet.